Zypern Polizeichef nach Mordserie entlassen
Taucher suchen in einem See auf Zypern nach weiteren Leichen
Foto: Petros Karadjias/APEine Mordserie auf Zypern hat weitere personelle Konsequenzen: Der Polizeichef des Landes, Zacharias Chrysostomou, ist entlassen worden. Das teilte das Büro des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades mit.
Der Politiker erklärte, dass der Leiter einer jeden Organisation die Verantwortung für die Handlungen von Untergebenen übernehmen müsse. Die "offensichtliche Fahrlässigkeit oder das Versäumnis des Polizeipersonals, eine Untersuchung über vermisste Personen durchzuführen", habe möglicherweise zu den "abscheulichen Verbrechen" beigetragen, die die zypriotische Gesellschaft erschüttert hätten.
Bereits am Vortag war Justizminister Ionas Nikolaou zurückgetreten. Er gebe sein Amt aus "prinzipiellen und Gewissensgründen" auf, sagte der Minister - auch wenn er nicht persönlich mit den Ermittlungen zu dem Fall zu tun gehabt habe.
Ein 35-jähriger Armeeoffizier hatte gestanden, in den vergangenen drei Jahren fünf Frauen und zwei Mädchen getötet zu haben. Die Opfer stammten aus mehreren asiatischen Staaten sowie Rumänien und hatten als Hausgehilfen auf Zypern gearbeitet. Sie waren als vermisst gemeldet worden. Die Polizei habe sich aber nicht um die Fälle gekümmert, weil sie als eine Art "Bürger zweiter Klasse" gegolten hätten, kritisieren die linke Oppositionspartei AKEL und zahlreiche Kommentatoren der zyprischen Presse.
Die Polizei entdeckte bereits die Leichen von vier Frauen. Die meisten Opfer soll der Serienmörder in einem Baggersee versenkt haben. Taucher suchen nach den drei noch fehlenden Leichen. Die Ermittler befürchten, dass der mutmaßliche Täter noch mehr Frauen getötet haben könnte.