Kältetief: Europa, einig Schneechaos-Land - DER SPIEGEL
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Kältetief Europa, einig Schneechaos-Land

Stundenlanger Autobahn-Stau bei Nacht in NRW, Eisesglätte in Frankreich, Frost auf Mallorca: An vielen Orten in Westeuropa haben Schnee, Kälte und Sturm für Chaos und Unannehmlichkeiten gesorgt. In Teilen Spaniens sind Dutzende Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.
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Düsseldorf - Auf der A 2 in Nordrhein-Westfalen mussten rund 1500 Autofahrer für Stunden in ihren Fahrzeugen ausharren. Nach einem leichten Unfall in einer Baustelle war die Autobahn zwischen Hamm und Oelde für acht Stunden komplett gesperrt worden. Die Autofahrer wurden von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Feuerwehr mit heißen Getränken und Decken versorgt.

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Tief "Anjella": Stop and Go bei Schnee und Kälte

Foto: AP

Nachdem die Schneefront am Freitagnachmittag zunächst für große Probleme im Rheinland gesorgt hatte, zog sie weiter Richtung Osten und sorgte bis zum Samstagmorgen für Chaos auf den Autobahnen im Ruhrgebiet. Der Verkehr staute sich insgesamt bis zu 230 Kilometern.

Auch in vielen anderen Regionen Westeuropas sorgte das Wetter für Chaos und Unannehmlichkeiten. In Frankreich flüchteten rund 300 Autofahrer in Hotels, weil nördlich von Montpellier mehrere Lastwagen bei Eisglätte ins Schleudern geraten waren und die Fahrbahn blockierten. Andere Autobahnen wurden ganz gesperrt.

Im Norden Spaniens blieben rund 3000 Menschen inmitten eines Schneesturms stecken und konnten ihre Wagen erst nach Stunden verlassen. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, ihre Autos nicht zu benutzen. Rund 100 Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten, der Bahnverkehr brach vielerorts zusammen. Auf den Urlauberinseln Mallorca und Menorca war es sehr stürmisch und kalt: Mancherorts lagen die Temperaturen unter Null Grad.

Verkehrsbehinderungen nach starken Schneefällen wurden auch aus Nord- und Mittelitalien gemeldet. Zahlreiche Passstraßen waren nicht zu befahren. Autofahrer sollten zudem die Autobahn zwischen Florenz und Bologna meiden. Ungewöhnlich ergiebiger Schneefall wurde aus der Toskana gemeldet.

In Bayern geriet die Rückreise vom Skiurlaub für viele Autofahrer zur Geduldsprobe. Auf den traditionellen Winterrouten kam es zum Ende der Faschingsferien zu kilometerlangen Staus. Nicht viel besser sah es zeitweise nach Angaben der Polizei auf den Autobahnen in Richtung Berge aus. Für Schneckentempo sorgten hier auch zahlreiche Skiurlauber aus den Niederlanden zum Beginn der dortigen Krokusferien.

Besonders betroffen war am Vormittag die Autobahn A 8 Salzburg-München, wo die Polizei ab Frasdorf 45 Kilometer Stau am Stück zählte. Auf der A 9 Nürnberg-München standen die Autos ab Holledau immerhin auf einer Strecke von 30 Kilometern. Auf der A 93 Rosenheim-Kiefersfelden gab es einen 20-Kilometer-Stau. Auch hier die gute Nachricht: Größere Unfälle wurden bis zum frühen Nachmittag nicht gemeldet.

Kräftiger Schneefall kann am Sonntag in einzelnen Regionen Deutschlands erneut zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr führen. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, sei zwar kaum vorherzusagen, wo die Flocken niedergehen. Dort, wo sie runter kommen, könne der Schneefall aber heftig ausfallen und in kurzer Zeit für Schwierigkeiten auf den Straßen sorgen, warnten die Meteorologen. Die Temperaturen fallen in der Nacht bis auf 15 Grad, vereinzelt sogar noch darunter.