Kahn im Boulevardstrudel: "Die Bilder sind echt" - DER SPIEGEL
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Kahn im Boulevardstrudel "Die Bilder sind echt"

Die "Bild"-Zeitung kann es nicht lassen: Erst im Juli hatten das Blatt und die "Bild am Sonntag" eingestehen müssen, dass eine Geschichte über Oliver Kahns wieder belebte Liebesbeziehung zu Verena Kerth falsch war. Doch heute veröffentlichte die Zeitung erneut Paparazzo-Fotos des angeblichen Paares.
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Hamburg - Unter dem Titel "Liebes-Comeback? Olli & Verena bummeln wieder" druckt die "Bild"-Zeitung heute zwei Bilder: Beim "romantischen Bummel" sei ein Mann "erwischt" worden, meldet das Boulevardblatt - es soll sich um Nationaltorwart Kahn handeln. An seiner Seite schlendert eine langhaarige Blondine - Verena Kerth. Angeblich fand der "entspannte Nachmittags-Spaziergang" am vergangenen Sonntag statt, im Englischen Garten. "Ganz München tuschelt schon: Gibt es etwa ein Liebes-Comeback?", heißt es in dem Bericht und "alle sind gespannt, wie es weitergeht mit den beiden...".

Pikant ist dabei, dass "Bild" erst vor zwei Monaten mit einem ähnlichen Bericht, illustriert von Paparazzi-Aufnahmen, über die angeblich wieder aufkeimende Liebe zwischen dem Bayern-Star und seiner Ex-Freundin eine fulminante Bruchlandung erlebt hatte.

Am 18. Juli hatte das Schwesterblatt "Bild am Sonntag" Fotos gedruckt, die belegen sollten, dass das Paar wieder zueinander gefunden hat. Titel der Story: "Olli Kahn: Ehefrau reicht Scheidung ein - Seine Geliebte schläft schon wieder bei ihm - Erst Liebesnacht, dann Scheidungsschlacht". Kahn habe in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 23.07 Uhr Besuch von Verena Kerth in seiner Münchner Villa bekommen, um 2 Uhr sei das Licht im Erdgeschoss erloschen. Erst um 2.45 Uhr habe das Pärchen die Deckenleuchte im Schlafzimmer ausgeschaltet, hieß es. Morgens um 8.07 Uhr habe Kahn das Haus verlassen, Kerth sei um 9.30 Uhr gegangen. Wenig später habe Kahns Frau Simone die Scheidung eingereicht.

"Bild" nahm die Geschichte auf, zwei Tage lang wurden Titelgeschichten veröffentlicht ("Jetzt muss Olli Kahn bluten - Teuerste Scheidung des Jahres?" und "Verliert Oliver Kahn die Scheidungsschlacht wie Boris?"). Am dritten Tag mussten die Springer-Leute dann eingestehen, dass sie einer Ente aufgesessen waren: Der Fotograf, der der "Bams" die Bilder verkauft hatte, hatte gelogen. Bei den angeblich aktuellen Fotos handelte es sich in Wahrheit um alte Aufnahmen. Dafür gab es den besten Beweis, der denkbar war: Oliver Kahn war an jenem Abend nicht in München, sondern spielte mit "Bild"-Sportchef Alfred Draxler Golf.

"Bams"-Chefredakteur Claus Strunz entschuldigte sich daraufhin bei Kahn und ließ folgenden Text abdrucken: "Wir haben mit dem Abdruck der Fotos und der daraus resultierenden Berichterstattung in BILD am SONNTAG einen schweren Fehler gemacht, für den ich Oliver Kahn öffentlich und in aller Form um Entschuldigung bitte. Trotz intensiver Quellenprüfung sind wir Opfer eines Betrügers geworden. Der Leidtragende ist Oliver Kahn, und dies bedauern wir sehr."

Obwohl der Fußballer ausdrücklich gebeten hatte, man möge seine Privatsphäre respektieren, druckten die Blattmacher in Hamburg nun die Nachfolgegeschichte. Gegenüber SPIEGEL ONLINE argumentierte Springer-Sprecher Tobias Fröhlich: "Oliver Kahn hat das Thema Verena selbst in die Medien gebracht, dann muss er damit rechnen, dass wir auch darüber berichten." In diesem Fall sei man sich "natürlich sicher, dass die Bilder echt sind", sagte Fröhlich. Die "Bild"-Zeitung habe Kahn und Kerth um Stellungnahme gebeten. Aber beide hätten abgelehnt. Warum wohl?

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