Kalifornien: Brandstifter wegen Mordes gesucht - DER SPIEGEL
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Kalifornien Brandstifter wegen Mordes gesucht

An den Stränden Südkaliforniens regnet es Asche. Die verheerenden Waldbrände fressen sich in den Norden Mexikos vor, bislang starben 18 Menschen. "Es ist das totale Desaster", sagte der scheidende Gouverneur Gray Davis. "Es erinnert mich an Vietnam: Ganze Gemeinden sind völlig ausgebrannt."
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Los Angeles - Davis bezifferte die bislang entstandenen Schäden auf fast zwei Milliarden US-Dollar. Bislang wurde laut offiziellen Angaben 2000 Häuser und eine halbe Million Hektar Land Raub der Flammen. Das Feuer fraß sich durch bewaldete Berge auf die Vororte im Tal San Fernando zu, wo über eine Million Menschen leben.

"Es brennt einfach alles", sagte Feuerwehrchef William Bagnell. Die Löschkräfte seien völlig erschöpft und kämen nicht mehr gegen die Feuersbrunst an. Von der mexikanischen Grenze bis an den Nordrand von Los Angeles kämpfen jetzt 12.600 Feuerwehrleute gegen die Flammen an. An mehreren Stellen ordnete die Polizei die Evakuierung ganzer Ortschaften an. Nun bedrohen die Waldbrände auch zwei beliebte Urlaubsorte: Die Behörden wiesen mehr als 40.000 Einwohner in Lake Arrowhead und Big Bear an, ihre Häuser zu verlassen.

Auch in dem Villen-Viertel Stevenson Ranch, am Nordrand von Los Angeles, forderte die Polizei Tausende auf, innerhalb von 15 Minuten ihre Häuser zu verlassen. In San Diego sind Hunderte von Feuerwehrleuten an zwei Brandstellen im Einsatz, um den drohenden Zusammenschluss der beiden Feuer zu verhindern.

Satellitenaufnahmen zeigen insgesamt 17 Feuer, darunter neue Brände in Nordkalifornien. Dichter Rauch im Süden sorgte dafür, dass es bereits am Nachmittag dunkel wurde. Auf die Strände regnete Asche von den Feuern nieder, die weiter östlich im Inland tobten. Menschen mit Atemproblemen wurden von den Gesundheitsbehörden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und sich draußen nur mit Atemschutzmasken zu bewegen.

Die Polizei in San Bernardino gab die Beschreibung eines Mannes heraus, der wegen Brandstiftung gesucht wird. Für Hinweise zur Festnahme wurde eine Belohnung von 60.000 Dollar ausgesetzt. Augenzeugen berichteten von zwei jungen Männern, die im trockenem Unterholz brennende Gegenstände auslegten. Vier Menschen kamen bei den Feuern in San Bernardino ums Leben. "Wir betrachten diese vier Todesfälle als Mord", sagte ein Sprecher der Polizei. Den Tatverdächtigen drohe eine Anklage wegen Mordes, fügte der Sprecher hinzu. Mindestens zwei der insgesamt zehn großen Feuer in Südkalifornien werden auf Brandstiftung zurückgeführt.

Wettervorhersagen zufolge sollten in den kommenden 24 Stunden die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit zunehmen. "Wir fliegen derzeit starke Löscheinsätze aus der Luft", sagte ein Feuerwehrsprecher der Region Los Angeles. "Wir nutzen die kühleren Temperaturen und den schwächeren Wind."

Eine Sprecherin des Forstamts bezeichnete die Brände als Jahrhundertfeuer. "Dies ist der natürliche Feuerzyklus von Mutter Natur", sagte sie. Bei solch starken Winden, die die Brände anfachten, stießen die Feuerwehren an ihre Grenzen.