Kaltblütiger Mord Tatverdächtiger in den Libanon geflüchtet
München - Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, ist der 37-jährige mutmaßliche Täter, Ali G., direkt nach den Morden zum Münchner Flughafen gefahren. Seinem in Augsburg lebenden Bruder soll der Mann erzählt haben, er habe zwei Skinheads getötet und müsse sofort das Land verlassen, worauf ihm sein Bruder bei der Flucht geholfen haben soll.
Zwar habe sich der 37-Jährige nach seiner Ankunft in Istanbul per Handy bei Verwandten in Adana gemeldet, dort sei er aber nie aufgetaucht, berichten heute türkische Zeitungen. Verwandte des mutmaßlichen Mörders mutmaßen, dass er sich entweder in den Libanon oder nach Syrien abgesetzt hat.
Die Zeitungsberichte stützen auch die Vermutungen der Ermittler, dass Ali G. aus Eifersucht handelte. Ein Onkel wird mit den Worten zitiert, dass es häufig Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben habe, weshalb sich das Paar schließlich trennte. Auch habe der Türke seine Frau verdächtigt, Affären mit anderen Männern zu haben. Zudem habe er nie verwunden, dass die 29-Jährige mehr verdiente und sich besser in Deutschland eingelebt hatte.
Den Berichten zufolge soll er bei den Morden sehr kaltblütig vorgegangen sein: So habe G. seine Ehefrau als letztes Opfer erstochen und sie zuvor noch gezwungen, ihren Arbeitgeber anzurufen und Bescheid zu geben, dass sie nicht zur Arbeit kommen werde.
Die Leiche der Frau war zusammen mit vier weiteren Toten, darunter ihre siebenjährige Tochter, in einem Augsburger Wohnhaus entdeckt worden. Das Amtsgericht Augsburg erließ gestern Haftbefehl gegen den flüchtigen Ehemann.