Kampf ums Weiße Haus: Hollywood mischt kräftig mit - DER SPIEGEL
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Kampf ums Weiße Haus Hollywood mischt kräftig mit

Die Gästeliste der Parteitage von Republikanern und Demokraten liest sich wie das Aufgebot zur Oscar-Verleihung. Der US-Wahlkampf wird nicht allein unter Politikern ausgetragen. Stars und Sternchen kämpfen um die Beliebtheit der Präsidentschaftskandidaten.
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Philadelphia - Vorhang auf für die "George-Bush-Show" im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die Republikaner haben zwar keinen Superstar wie Barbra Streisand auf ihrer Seite, aber Stars wie Bruce Willis, Bo Derek, der Football-Star Steve Young werden auf dem Parteitag erscheinen, der den texanischen Gouverneur George Bush fürs Weiße Haus nominiert.

Mit ihrer offiziellen Ernennung auf den Parteitagen von Demokraten und Republikanern beginnt für die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore und George W. Bush die Endphase ihres Wahlkampfs. Die beiden Rivalen wollen den Schub, den eine Nominierung dem jeweiligen Präsidentschaftskandidaten in den Meinungsumfragen bringt, so lange wie möglich erhalten. Medienwirksame Auftritte sollen dabei helfen.

Den Wettkampf um die größten Stars werden wohl die Demokraten gewinnen - konnten sie doch die Sangeslegende Streisand verpflichten; sie unterstützt wie die meisten Hollywood-Größen Präsident Bill Clinton und seinen Vize Al Gore. So hat laut einer amerikanischen Studie der "Federal Election Commission" die Traumfabrik 690.000 Dollar in Bushs Wahlkampagne fließen lassen. Hollywoods Lieblingskind Gore konnte hingegen 880.000 Dollar einsammeln, um den begehrten Top-Job im Weißen Haus näher zu kommen. Weiterer Pluspunkt der Demokraten: Sie halten ihren Parteitag in der Hauptstadt des Entertainment ab - in Los Angeles. Die Spenderliste für Gore ist lang und ein Ansammlung von Berühmtheiten. Dabei sind unter anderen: Warren Beatty, Nicolas Cage, Kevin Costner, Robert dse Niro, Michael Douglas, Tom Hanks, Jack Nicholson, Steven Spielberg, Gwyneth Paltrow, Oliver Stone und Bruce Cohen.

Die Republikaner wollen nicht zurückstehen und haben mobil gemacht. Ihr Staraufgebot reicht von Country-Star Hank Williams Jr. und dem in Kuba geborenen Sänger Jon Secada bis zu den Temptations und Chaka Khan. Doch dann wird die Liste auch schon dünn und die Namen lesen sich bescheidener: Die erste taube Miss America, Heather Whitestone McCallum, Oak Ridge Boys, Loretta Lynn und Larry Gatlin sowie Jim Nantz und Chuck Norris reißen auch in den USA vermutlich niemanden zu Begeisterungsstürmen hin. Doch Andy Card, Vorsitzender des republikanischen Parteitags, ist optimistisch: "Unser Staraufgebot ist einzigartig und wird eine Brücke zwischen den Generationen schlagen. Die Leute wird es kaum auf ihren Stühlen halten."

Das distanzierte Verhältnis zwischen Show und republikanischer Politik stammt aus Zeiten, als altgediente Konservative wie der frühere Senator Bob Dole und Kansas' Senator Sam Brownback sich einen Namen machten, indem sie die Traumfabrik für ihre Filme attackierten. "Lange haben wir nur über Hollywood und seine Inhalte nachgedacht, nicht aber über die Filmindustrie als Geschäft. Das hat sich jetzt geändert", sagt der Republikaner Mark Foley, Chef der "Entertainment Task Force", "aber die Dinge brauchen Zeit."

Der Politiker ist der Ansicht, die Republikaner seien bereits offener geworden für Hollywood, besonders im Copyright hätte die Partei viele Gesetze zu Gunsten der Filmindustrie reformiert. "Ich versuche mir zu sagen: 'O.k., wir hatten inhaltliche Differenzen, aber wir sollten die Entertainment-Branche nicht als böses Unternehmen sehen'", so Foley. "Wenn ich mir den republikanischen Bericht ansehe, dann haben wir die Filmbranche gut behandelt."