Kanada Erster BSE-Fall seit zehn Jahren
Toronto - Unmittelbar nach dem Bekanntwerden des BSE-Falls, schlossen die USA ihre Grenzen für sämtliche Importe von Lebendvieh und Fleisch aus Kanada. Der Importstopp sei eine unbedingt erforderliche Vorsichtsmaßnahme, erklärte US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman. Er werde aufgehoben, sobald sich zeige, dass es sich tatsächlich nur um einen isolierten Fall handele, sagte sie am Mittwoch dem Nachrichtensender CNN.
Anders als in Kanada, wo es 1993 bereits einen Fall von Rinderwahn gab, ist BSE in den USA bisher nicht aufgetreten. "Wir sehen zu diesem Zeitpunkt für keinen Verbraucher einen Grund zur Sorge über unsere Lebensmittelsicherheit", sagte Veneman. "Ich habe vor, heute Abend ein Steak zu essen."
Bislang ist noch unklar, wann und wie sich die Kuh mit dem Rinderwahnsinn infizierte. Die Inkubationszeit für BSE kann acht Jahre betragen.
Kanadas Agrarminister Lyle Vanclief wies die umgehende Vernichtung der 198 Tiere umfassenden Herde an, aus der die erkrankte Kuh stammte. Genau so werde Kanada sofort bei weiteren BSE-Fällen vorgehen. "Ich möchte betonten, dass nichts von dem Tier in die Nahrungskette gelangte", versicherte der Minister. Die entsprechende Farm nahe der Ortschaft Fairview sei umgehend unter Quarantäne gestellt worden.
Mit BSE verseuchtes Fleisch kann nach Ansicht von Wissenschaftlern bei Menschen die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) auslösen, die das Gehirn angreift und dessen Gewebe zerstört. Der erste BSE-Fall in Kanada war vor zehn Jahren bei einem Tier nachgewiesen worden, das 1987 aus Großbritannien importiert worden war.