Kannibalen-Prozess: "Er kann kein Monster sein" - DER SPIEGEL
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Kannibalen-Prozess "Er kann kein Monster sein"

Sie wohnte neben ihm, Jahre lang. Er stand ihr bei der Trennung von ihrem Freund bei. Marion R. ist die ehemalige Nachbarin von Armin Meiwes, dem "Kannibalen von Rotenburg" - und sie bekommt Briefe von ihm aus dem Gefängnis.
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Kassel - Marion R. wurde vom Landgericht Kassel befragt, vor dem sich Armin Meiwes wegen Mordes verantworten muss. Dem Richter schilderte sie ihren Ex-Nachbarn als "netten, höflichen und aufmerksamen Menschen". Meiwes habe ihr sehr bei der "unschönen Trennung" von ihrem Freund beigestanden. "Er hatte immer ein offenes Ohr für andere Menschen."

So stark scheint die freundschaftliche Verbindung zu dem "Kannibalen von Rotenburg" zu sein, dass sie auch jetzt noch eine Brieffreundschaft mit Meiwes unterhält - und sich schützend vor ihn stellt. Der "Bild"-Zeitung sagte Marion R., dass die Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild von dem Angeklagten habe: Er schreibe gefühlvolle Briefe aus dem Knast und sei kein "Monster".

In einem der Schreiben berichtet Armin Meiwes von der Unterstützung der Mitgefangenen und wie unangenehm ihm seine Aussagen vor Gericht seien: "Ich schäme mich, dass ich dem Gericht diese ganzen Worte zumuten muss." Allein in seiner Zelle sei er "ein Häufchen Elend", beklagt sich Meiwes bei Marion R.

Die besucht den wegen Mordes Angeklagten nach eigenen Aussagen "alle paar Wochen" im Gefängnis. Und sie verrät: "Ich bin nicht die Einzige. Da gibt es noch andere Frauen."