Kannibalismus-Prozess: Folterbilder aus dem Netz - DER SPIEGEL
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Kannibalismus-Prozess Folterbilder aus dem Netz

Der Kannibale von Rotenburg, Armin Meiwes, hat das Internet genutzt, um Kontakte zu Gleichgesinnten und potenziellen Opfern zu knüpfen. Aus dem Netz holte er sich auch Anregungen für seinen bizarren Phantasien: Er sammelte Folterbilder.
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Kassel - Im Internet habe Meiwes nicht nur Kontakte zu Gleichgesinnten und seinem späteren Opfer geknüpft, dem Berliner Bernd Jürgen B. Er habe auch Tausende von Fotos mit Darstellungen von Folter und Gewalt sowie homosexueller Pornografie gesammelt, sagten Beamten heute vor dem Kasseler Landgericht aus. Unter den sichergestellten 3842 Bilddateien seien auch rund 50 Bilder, die den Angeklagten beim Zerteilen seines Opfers zeigen. "Wir haben insgesamt über 2000 Datenträger überprüft", sagte Volker Kegel vom Landeskriminalamt Hessen. Sein Kollege Klaus-Dieter Möbus sagte: "Es gibt aber keine Anhaltspunkte für weitere Opfer."

Allerdings hat die Staatsanwaltschaft neue Ermittlungen gegen eine Internetbekanntschaft des Rotenburgers aufgenommen, nachdem das LKA in Meiwes' Haus umfangreiche E-Mail-Daten und Mitschnitte von Internetchats sichergestellt und ausgewertet hatte. Gegen das Mitglied der Kannibalen-Szene ermittle die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wegen "Verabredung zu einem Verbrechen", sagte eine Polizistin des hessischen Landeskriminalamtes (LKA). Weitere Verfahren seien bei der Staatsanwaltschaft in Kassel anhängig, erklärte die Beamtin. Details nannte die Polizistin mit Blick auf die laufenden Verfahren nicht.

Am Freitag sollen der Vater des Angeklagten sowie einer seiner Brüder als Zeugen gehört werden. Das Urteil wird frühestens Ende Januar erwartet.