Kansas City Serienkiller tötet sechs Menschen
Kansas City - Polizei und Einwohner der 1,8-Millionen-Stadt im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten sind alarmiert: Fünf Leichen wurden seit Donnerstag in einem vor allem von Drogenabhängigen und Prostituierten bewohnten Viertel östlich von Downtown Kansas gefunden. Das Gebiet erstreckt sich über 18 Blocks. Sämtliche Leichen waren in der Nähe verlassener oder leerer Häuser und Wohnungen gefunden worden, nachdem ein Unbekannter die Polizei telefonisch informiert hatte.
Die örtliche Polizei ist nun der Meinung, die Morde seien von einem einzigen Täter begangen worden. Sie schließt ein sechstes Opfer, das am 14. Juli dieses Jahres gefunden wurde, in die Serie mit ein. Welche Indizien oder Beweise die Polizei zu einer solchen Annahme veranlassten, ist bisher nicht bekannt. Gerichtsmedizinisch gibt es offenbar bisher keine Ähnlichkeiten zwischen den Fällen.
Der verantwortliche Leiter der Ermittlungen, Rich Lockhart, sagte, die Polizei untersuche Ähnlichkeiten zwischen den Opfern und den Tatorten. Unklar ist bislang, wie die Opfer zu Tode kamen. Die Autopsien waren am Montag noch nicht abgeschlossen. Einige der Getöteten hätten zu sozialen Risikogruppen gehört, so Lockhart.
Fest steht, dass vier bisher identifizierte Opfer afroamerikanische Frauen aus Kansas City waren. Sie waren zwischen 25 und 45 Jahre alt. Zwei der Leichen seien so zugerichtet gewesen, dass die Behörden weder die Rasse noch das Geschlecht hätten bestimmen können.
Nachdem die Zahl der Beamten in der Sonderkommission mehr als verdoppelt wurde, hat sich jetzt das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet und erstellt ein Profil des mutmaßlichen Serienkillers.
Seit Montagabend sind Mitarbeiter von "Veronica's Voice", einer örtlichen Hilfsorganisation für Prostituierte, in dem Gebiet rund um die Leichenfundorte unterwegs und versuchen, die Frauen zur Kooperation mit den Ermittlern zu bewegen. Die Prostituierten erhalten kleine Geschenke mit Telefonnummern der Polizei. "Einige der Frauen könnten über Informationen verfügen, sich aber scheuen, die Polizei zu kontaktieren", sagte die Gründerin der Organisation. "Es könnte sein, dass sie lieber über uns mit den Ermittlern Kontakt aufnehmen."