Kaprun-Inferno: Hinterbliebene klagen in New York - DER SPIEGEL
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Kaprun-Inferno Hinterbliebene klagen in New York

Die Brandkatastrophe mit 155 Toten ereignete sich vergangenen November am Kitzsteinhorn bei Kaprun in Österreich. Angehörige der Opfer haben nun in den USA Schadenersatzklage eingereicht, um eine möglichst hohe Summe zugesprochen zu bekommen.
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München - Der Münchner Anwalt Michael Witti sagte dem Radiosender Antenne Bayern, am New Yorker Bezirksgericht sei jetzt die erste Klage eingegangen. Dort seien die höchsten Schadenersatzsummen zu erzielen. In Österreich sei der Rechtsschutz der Opfer nicht gewährleistet.

Der Anwalt rechnet mit einem Gesamtbetrag in mindestens dreistelliger Millionenhöhe. Es gebe bereits Gespräche mit Anwälten eines "Schuldners" in Kaprun, der mit den Betreibern der Kitzsteinhorn-Bahn "verschachtelt" sei. Dieser sei in der Lage, die enormen Schadenersatzansprüche auch aufzubringen.

Bei dem Brand der Gletscherbahn im Tunnel zum Kitzsteinhorn waren im November vergangenen Jahres 155 Menschen ums Leben gekommen. Möglicherweise hatte ein Heizlüfter die Katastrophe verursacht. Witti sagte, er vertrete 15 Mandanten aus Deutschland, Österreich, Slowenien und den USA. Zwei oder drei weitere Klagen sollten bald folgen. Es gebe bereits Gespräche mit Anwälten der Gegenseite. Die zuständige New Yorker Richterin wolle bis Ende des Jahres entscheiden, ob sie New York als Gerichtsstand zulasse.

Bereits Ende März hatte ein Anwalt für die Hinterbliebenen der Opfer des Bahnunglücks von Eschede beim New Yorker US-Court Manhattan Klage eingereicht. Da die Bahn in den USA geschäftlich tätig sei, könne sie dort auch juristisch belangt werden. Ob sich überhaupt ein US-Gericht für die Eschede-Hinterbliebenen zuständig fühlt, wurde seitens der Bahn AG bezweifelt. Ein erstes Ergebnis erwartete der Anwalt bis zum Jahresende.