Kaprun: Skilifte ausgebucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kaprun Skilifte ausgebucht

Knapp einen Monat nach der Brandkatastrophe der Gletscherbahn in Kaprun mit 155 Toten sind die Skilifte in dem Gebiet wieder ausgebucht. Wegen des großen Andrangs wurde der Verkauf von Skipässen vorerst eingestellt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kaprun - Selbst Skifahrer, die am 11. November in der völlig ausgebrannten Gletscherbahn im Tunnel Freunde verloren hatten, genossen den Saisonauftakt in Kaprun. "Skifahren werde ich trotzdem" und "Das Leben geht doch weiter", waren häufig gehörte Kommentare. Einige Wintersportler wollten auf dem Berg eine Gedenkminute einlegen.

Die Hinterbliebenen der Opfer des Brandinfernos warten unterdessen immer noch auf erste Entschädigungen. Der Betreiber der Gletscherbahn habe auf entsprechende Schreiben bisher nicht reagiert, berichtete der Justiziar des Deutschen Skiverbandes (DSV) und Rosenheimer Anwalt Werner Scheuer der dpa. Er habe zunächst 730.000 Mark zur Begleichung erster Kosten wie Überführungen und Bestattungen verlangt. Scheuer vertritt nach eigenen Angaben etwa 60 Geschädigte.

Demgegenüber hatte die Generali-Versicherung Ende November beteuert, zu diesem Zweck 50 Millionen Schilling (gut sieben Millionen Mark) als Vorabzahlungen bereitzustellen. Unterdessen ist bei einer Spendenaktion zu Gunsten der Oberpfälzer Kinder, die bei dem Unglück zu Waisen wurden, eine halbe Million Mark zusammen gekommen. "Mit dem Geld soll die Zukunft der Kinder gesichert werden", sagte Landrat Hans Wagner. Nun soll eine Stiftung gegründet werden, die das Geld verwalten wird. Bei dem Tunnelbrand wurden acht Kinder aus dem bayrischen Landkreis Amberg- Sulzbach zu Vollwaisen, sechs Kinder verloren einen Elternteil.