Kardinalstreffen: Wer wird der nächste Papst? - DER SPIEGEL
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Kardinalstreffen Wer wird der nächste Papst?

Papst Johannes Paul II. hat alle 183 Kardinäle dieser Welt nach Rom geladen, das größte Kardinalskollegium aller Zeiten. Sie werden über die Zukunft der Kirche beraten - und inoffiziell darüber, wer der nächste Papst sein könnte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rom - Offiziell ist das Hauptthema des viertägigen Treffens die Frage, wie die christliche Botschaft in der modernen Gesellschaft verbreitet werden kann. Offiziell geht es auch um Fragen der Sexualmoral, um die "Konkurrenz" der Sekten und um das Problem, wie der "Globalisierung des Profits" eine "globale Solidarität" entgegengestellt werden kann.

Doch das außergewöhnliche Treffen gibt den Kardinälen auch die Möglichkeit, sich für die Nachfolge von Papst Johannes Paul II. ins Gespräch zu bringen. Der Papst, der am Freitag seinen 81. Geburtstag feierte, wirkt sehr gebrechlich. Sein Nachfolger wird nach seinem Tode oder einem Rücktritt ausschließlich vom Kardinalskollegium gewählt.

Erstmals nehmen die im Februar neu ernannten deutschen Kardinäle Johannes Degenhardt, Walter Kasper und Karl Lehmann am Konsistorium teil. Der Mainzer Kardinal Lehmann, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, hat nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" ebenso wie der renommierte Mailänder Erzbischof Carlo Maria Martini im Vorfeld des Treffens die Idee eines Konzils gestreut. Kenner der Verhältnisse im Vatikan schlossen nicht aus, dass dieses Thema diskutiert werden wird.

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" steht auch die Zukunft des Papstamtes zur Disposition. Ziel ist es demnach, alle Christen zu einer Kirche zusammenzuführen. Orthodoxe und lutherische Kirchen hätten ihre Bereitschaft signalisiert, darüber verhandeln zu wollen. Der Absolutheitsanspruch der römisch-katholischen Kirche mit ihrem Oberhaupt müsste revidiert werden.