Karfreitag auf den Philippinen Menschen ans Kreuz genagelt
Manila - Bei der Kreuzigung in San Fernando, 90 Kilometer nördlich von Manila, trieben Helfer sieben Zentimeter lange, zuvor in Alkohol getränkte Stahlnägel durch die bloßen Handflächen der Männer. Anschließend wurden die Holzkreuze in sengender Sonne aufgerichtet.
Unter den Neun war auch der 42-jährige Herocito Sangalang, der sich der Tortur in den nächsten 15 Jahren aussetzen will, weil seine Mutter von einer schweren Tuberkulose geheilt wurde. Im selben Ort schlugen sich Büßer mit Peitschen, deren Enden mit Glasscherben versehen sind, die nackten Oberkörper blutig, um Abbitte zu leisten.
Nach Angaben örtlicher Behörden locken die Selbstkasteiungen jedes Jahr mehr Gläubige an, darunter auch zunehmend Minderjährige. Die katholische Kirche lehnt die Prozessionen offiziell ab, hat bislang aber nichts dagegen unternommen. Ausländer dürfen seit 1997 nicht mehr daran teilnehmen. Damals hatte sich ein Japaner ans Kreuz schlagen lassen. Anschließend stellte sich allerdings heraus, dass die Szene in einem Pornofilm verwendet werden sollte.