Gestorben Karl Wallinger, 66
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Von klein auf soll sich der 1957 geborene Waliser obsessiv in die Musik der Beatles vertieft haben. Angeblich soll er versucht haben, alle Sounds, die er auf »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« hörte, allein mit seiner Stimme nachzumachen. Seine Leidenschaft galt außerdem den Beach Boys und Bob Dylan. So wurde Karl Wallinger in den Achtzigerjahren zu einem der maßgeblichen Musiker und Multi-Instrumentalisten, die nach Punk, Post-Punk und New Wave eine Rückkehr zu den Pop- und Folk-Formen der Sechzigerjahre anleiteten. Passend dazu sah er mit Wuschelmähne und runder John-Lennon-Brille auch aus wie ein Späthippie. Zunächst bewarb er sich bei der Folkrockband The Waterboys als Keyboarder und begleitete deren erfolgreichste Phase. 1985 verließ er die Band und erfand sein Soloprojekt World Party, zu dessen ständigen Mitgliedern nur er selbst zählte. Das Debütalbum »Private Revolution« erschien 1986 und enthielt den auch im US-College-Radio populären Hit »Ship of Fools«.
Wallingers Lieder setzten sich bei aller musikalischen Verspieltheit oft kritisch mit dem Zustand der Umwelt auseinander, so auch sein zweiter Erfolgssong »Message in the Box« von 1990. In den Neunzigern wurde Wallingers Stil von Grunge und Britpop verdrängt. Eine unverhoffte Alterssicherung in Form von Tantiemen erhielt er jedoch, als Popstar Robbie Williams 1999 seinen Song »She’s the One« coverte und zum Welterfolg machte. Karl Wallinger starb am 10. März in seinem Haus im englischen Hastings.