Karneval 2005 Schunkeln im Sonnenschein
Mainz/Köln - Die rheinland-pfälzischen Narren waren Tag und Nacht auf den Straßen des Landes unterwegs. So starteten am Samstagabend etliche Nachtumzüge. Am Sonntag spielte die Musik in Mainz, wo sich am Mittag die Parade der Garden in Bewegung setzte.
Auch Berlin war fest in Narrenhand. Hunderttausende Schaulustige feierten am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte. In Köln zogen die traditionellen "Schull- un Veedelszöch" durch die Innenstadt. 42 Schulen und 53 Vereine aus den Stadtteilen (Veedeln) präsentierten sich in originellen Kostümen. Die Polizei zählte 200.000 Jecken an der Strecke.
Karneval in Deutschland: Alaaf und Helau bei "iesije Zigge"
Top-Modell Heide Klum nahm mit ihrem Lebensgefährten, dem Popsänger Seal, am Sonntag am Karnevalsumzug in ihrem Heimatort Bergisch Gladbach bei Köln teil. Verkleidet ließ sich das Paar von den Jecken feiern. Beide wollen auch gemeinsam am Kölner Rosenmontagszug teilnehmen.
In Berlin tanzt der Bär
Auch in Hessen zog es Hunderttausende Narren ins Freie. Ihren Höhepunkt erreicht die Straßenfastnacht traditionell am Vortag von Rosenmontag mit großen Umzügen in Frankfurt am Main, Wiesbaden und Gießen. Umzüge schlängelten sich am Sonntag auch durch die Mainzer Stadtteile Finthen und Bretzenheim. Vor dem Mainzer Dom machten die Narren ebenfalls nicht halt: Am Fastnachtsgottesdienst nahmen nach Bistumsangaben Mitglieder der Karnevalsvereine in ihren Uniformen teil.
In der Nacht zuvor verfolgten mehrere tausend Jecken den "FastNachtumzug" in Saarburg, der sich mit seinen beleuchteten Motivwagen und illuminierten Fußgruppen wie ein riesiger Glühwurm durch die Straßen der Saarmetropole schlängelte. Unter dem Motto "Hier tanzt der Bär" zogen am Sonntag in der Hauptstadt rund 4000 Jecken, 70 Festwagen, 50 Musikkapellen und unzählige Funkenmariechen durch die City. Nach Angaben der Veranstalter war es der bisher größte Narrenumzug in der Spreemetropole.
Bereits seit Samstag hatten die Jecken weite Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz fest in ihrer Hand. In zahlreichen Städten und Gemeinden des Rheinlandes fanden Karnevalsumzüge statt. Den Auftakt in Rheinland-Pfalz bildete die Fastnachtshochburg Mainz mit dem Jugendmaskenzug. Bei blauem Himmel und Sonnenschein zogen rund 4000 Nachwuchsnarren aus 14 Schulen, 11 Kindergärten und -tagesstätten sowie 10 Jugendorganisationen in der Landeshauptstadt bunt kostümiert durch die Innenstadt.
Am Samstagabend zog der traditionelle Geisterzug durch die Kölner Innenstadt. Unter dem Motto "Iesije Zigge" (Eisige Zeiten) marschierten politisch engagierte Jecken "entschlossen der sozialen Kälte entgegen". Eher unpolitisch ging es am Samstagabend in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu. Hier lockte der "Tuntenlauf" über 5000 Zuschauer. Sie wurden Zeuge, wie die allesamt männlichen Teilnehmer sich in Frauenkleidern und hochhackigen Pumps behaupteten.
Rund 100.000 Menschen bevölkerten am so genannten Ossensamstag die Straßen im niedersächsischen Osnabrück. An dem traditionellen Karnevalsumzug nahmen 126 Gruppen teil. Dem Zug durch die Innenstadt gehörten Motivwagen, Tanzgruppen, Fanfarenzügen und Fußvolk an. Zehn Tonnen Kamelle regneten auf die Narren herab.