Weiberfastnacht: Rathaussturm um 11.11 Uhr
Rathaussturm und Krawattenjagd Narren an die Macht
Köln - Weiberfastnacht, 11.11 Uhr. Pünktlich auf die Minute hat die heiße Phase des Karnevals im Rheinland begonnen. In Düsseldorf stürmten die Möhnen, also Weiber, das Rathaus und setzten den Oberbürgermeister fest. Dirk Elbers musste seinen Rathausschlüssel Prinzessin Venezia überlassen, die auch ihm in alter Tradition die Krawatte zerschnitt. Das Leitmotiv der Stadt lautet in diesem Jahr "Och dat noch". Zu den Themen der Festwagen gehört unter anderem das 725-jährige Jubiläum der Stadt Düsseldorf.
In Köln ließ das Dreigestirn die Narren los. Das diesjährige Motto lautet "Fastelovend em Blot - he un am Zuckerhot" ("Karneval im Blut - hier und am Zuckerhut"). Oberbürgermeister Jürgen Roters übergab seinen Rathausschlüssel Prinz Ralf III., Bauer Dirk und der Jungfrau Katharina. Bis zum Aschermittwoch wird Roters nicht mehr die Zügel in die Hand bekommen - die liegen nun bei den Jecken.
Auch in Mainz gingen die Weiber auf Krawattenjagd. Eindeutige Kostümtrends waren auf den Straßen nicht erkennbar. Klassiker wie Indianer und Piraten waren ebenso zu sehen wie Tierkostüme oder Filmhelden wie Darth Vader und Jedi-Ritter. Wegen der niedrigen Temperaturen waren auf jeden Fall dicke Ganzkörperkostüme zu empfehlen.
Schon vor 11.11 Uhr hatten die Narren das Straßenbild in den Karnevalshochburgen geprägt. In Schulen und Kindergärten begannen die Partys an Weiberfastnacht zu Unterrichtsbeginn um 8 Uhr. Viele Kinder ließen sich von Hollywood inspirieren und gingen als Jack Sparrow ("Fluch der Karibik"), Edward Cullen ("Twilight"), Ork ("Der Hobbit") oder T-Rex ("Jurassic Park").
Tief im Südwesten der Republik starteten die Narren mit Musik und Lärm in den "Schmotzigen Doschdig". In Konstanz zogen Dutzende Blätzlebueba der dortigen Narrenzunft mit ihren Laternen durch die verschneiten Straßen.
Den Höhepunkt des Straßenkarnevals bilden die Rosenmontagsumzüge in Köln, Düsseldorf und Mainz.