Kathedralen-Brand Angst und Schrecken in New York
New York - Die New Yorker hatten mit dem Schlimmsten gerechnet, als sie die dicken Rauchfahnen in Manhattan sahen. Straßen wurden gesperrt, der Verkehr brach zusammen, Feuerwehrsirenen heulten durch die Straßenschluchten. Hunderte Männer kämpften, um die New Yorker Kathedrale St. John the Divine an der Upper West Side in Manhattan, die als größte Kirche Amerikas und als zweitgrößtes Gotteshaus der Welt gilt, vor den Flammen zu retten. Das Feuer war in den frühen Morgenstunden im Nebenflügel in einem Souvenirshop ausgebrochen. Obwohl die Ursache für den Brand noch unklar war, sagte ein Feuerwehrexperte am Vormittag: "Es sieht bisher nicht nach Brandstiftung aus."
Die Flammen hatten rasch auf andere Teile des Gebäudes übergegriffen. Nach ersten Berichten soll ein Teil des Daches eingebrochen sein. Verletzt wurde dabei niemand. Der Hauptteil der Kathedrale habe nur knapp vor der Zerstörung bewahrt werden können, hieß es in Feuerwehr-Kreisen. "Wir beten und hoffen, dass wir trotz allem hier Weihnachten feiern können", sagte ein Geistlicher.
Im Hauptgebäude der 5000 Sitzplätze bietenden Kathedrale, die zu den Touristen-Attraktionen der Metropole gehört, sind zahlreiche Kunstschätze aus aller Welt untergebracht. Inwieweit sie in Mitleidenschaft gezogen wurden, war zunächst unklar. Der Grundstein zu dem bis heute nicht vollständig abgeschlossenen Bau der Kirche war 1892 gelegt worden. Die Kathedrale sollte zur größten Kirche der Welt ausgebaut werden, an fehlenden finanziellen Mitteln waren die ehrgeizigen Pläne jedoch immer gescheitert.
Die Kirche ist in den vergangenen Jahren zu einem Ort der Begegnung zwischen den Religionen geworden. Sie ist berühmt für ihre verschiedenen Altäre, die von bekannten Künstlern geschaffen wurden. Darunter ist einer des Pop-Künstlers Keith Haring.
Nach den Terroranschlägen am 11. September, bei denen nach den neusten Ermittlungen rund 3000 Menschen in den Trümmern des World Trade Center starben, war die Stadt nur wenige Wochen später erneut von einem Unglück heimgesucht worden. Bei dem Absturz eines American-Airlines-Flugzeugs waren am 12. November alle 260 Menschen an Bord und fünf Bewohner des Stadtteils Queens ums Leben gekommen. Die Gegend, auf die Teile der Maschine stürzten, wird von vielen Feuerwehrmänner und ihren Familien bewohnt.