Katholische Kirche Benedikts umstrittene Pilgerreise
Manoppello - Papst Benedikt XVI. betete in Manoppello vor dem Heiligen Antlitz. Der Überlieferung zufolge handelt es sich um ein Tuch, mit dem wenige Stunden vor Christi Tod Blut und Schweiß von seinem Antlitz gewischt wurden. Der Schleier gilt als Gegenstück zum berühmteren Grabtuch von Turin, die Gesichter beider Tücher sollen deckungsgleich sein. Kritiker sind allerdings der Ansicht, dass das Tuch in Manoppello gemalt wirkt.
Es war das erste Mal, dass ein Papst den Schleier von Manoppello aufsuchte. Bei seiner Ankunft wurde er von mehreren tausend Pilgern begrüßt. Anschließend ging das Oberhaupt der katholischen Kirche in die kleine Kirche mit der Reliquie und betete vor dem Altar. Dann ging er hinter den Altar und betete dort für einige Minuten vor dem Schrein. Zum umstrittenen Ursprung des Tuchs äußerte er sich nicht.
"Das ist der Grund für meinen Besuch. Damit wir zusammen versuchen können, das Gesicht unseres Herrn besser kennenzulernen, damit wir darin Stärke in Liebe und Frieden finden können, die uns den Weg zeigen kann", sagte Benedikt.
Das Heilige Antlitz zeigt die Konturen eines Mannes mit langem Haar, dünnem Bart und halb offenem Mund. Es misst 17 mal 24 Zentimeter. Das feine Tuch wird hinter Glas aufbewahrt und kann von beiden Seiten betrachtet werden. Die Reliquie soll sich seit 1506 in Manoppello befinden. Die kleine Kirche mit dem Heiligtum wird jährlich von rund 250.000 Gläubigen besucht. Vertreter des Dorfs rund 200 Kilometer östlich von Rom hoffen, dass diese Zahl nach dem Besuch des Papsts noch deutlich steigen wird.
dab/AP