"Katrina": Dutzende sterben im Hurrikan - DER SPIEGEL
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"Katrina" Dutzende sterben im Hurrikan

Der Hurrikan "Katrina" hat in Louisiana, Mississippi und Alabama ganze Landstriche verwüstet. Mindestens 55 Menschen kamen ums Leben. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern.
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New Orleans - Die meisten der Toten wurden aus Mississippi gemeldet. Jim Pollard vom Katastrophenschutzzentrum des Bezirks Harrison sagte, in seinem Bezirk seien mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, der größte Teil davon in einem Apartmentkomplex in Biloxi an der Golfküste. Drei weitere Menschen wurden in Mississippi von umstürzenden Bäumen erschlagen. Zwei Personen kamen im Nachbarstaat Alabama bei Verkehrsunfällen ums Leben, die auf den Wirbelsturm zurückzuführen sind.

Auf seinem Weg landeinwärts schwächte sich der Wirbelsturm unterdessen ab und wurde gestern Abend vom Hurrikan der Kategorie 1 zum Tropensturm herabgestuft.

Das volle Ausmaß der Katastrophe war gestern Abend Ortszeit noch nicht abzusehen, weil die am schwersten betroffenen Gebiete für die Rettungskräfte noch nicht zugänglich waren. "Wir wissen, dass einige Leute in der Falle sitzen, und wir beten, dass sie okay sind", sagte der Gouverneur von Mississippi, Haley Barbour.

In Louisiana waren bereits während der Evakuierung der Stadt New Orleans drei Menschen ums Leben gekommen. Die Senioren starben an Bord eines Busses, der sie von ihrem Altenheim in eine Kirche in Baton Rouge bringen sollte. Als Todesursache vermuteten die Behörden Dehydrierung.

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Hurrikan-Angst: New Orleans zittert vor "Katrina"

Foto: AP

Experten rechneten mit extremen Schäden in der Katastrophenregion am Golf von Mexiko. Voraussichtlich wird es der kostspieligste Wirbelsturm, der die USA je getroffen hat Nach ersten Schätzungen könnte er mehr als 30 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) kosten - und damit mehr als Hurrikan "Andrew", der 1992 in Florida und Louisiana 52 Menschen tötete und 100.000 Häuser zerstörte.

Bush ruft zum Gebet auf

Mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von gut 230 Stundenkilometern war der Hurrikan "Katrina" gestern Morgen Ortszeit über New Orleans hereingebrochen. Allein in der Gemeinde St. Bernard östlich von New Orleans standen nach ersten Schätzungen 40.000 Häuser unter Wasser. In der Metropole selbst stürzten nach Behördenangaben 20 Häuser ein. Das Auge des Sturms zog jedoch östlich an New Orleans vorbei. Umso heftiger wurden die Staaten Mississippi und Alabama getroffen, an deren Küsten der Sturm fast sieben Meter hohe Wellen aufpeitschte. In den betroffenen Staaten waren mindestens eine halbe Million Menschen ohne Strom.

Der bisher schwerste Wirbelsturm war vor 40 Jahren in New Orleans der Hurrikan "Betsy", der fast die Hälfte der Stadt unter Wasser setzte. Damals kamen 74 Menschen ums Leben. Die Stadt ist besonders gefährdet, weil sie teilweise unter dem Meeresspiegel liegt.

US-Präsident George W. Bush rief seine Landsleute auf, für die Bewohner der von "Katrina" betroffenen Küstengebiete zu beten. "Ich möchte, dass die Leute dort an unserer Golfküste wissen, dass die Bundesregierung bereitsteht, ihnen zu helfen, wenn der Sturm vorüber ist", sagte Bush am Rande einer Rede zur Gesundheitspolitik in Arizona. Die Betroffenen rief er auf, ihre Zufluchtstätten nicht zu verlassen, bis die örtlichen Behörden Entwarnung gäben. Bereits gestern Morgen hatte der Präsident die Freigabe von Bundesmitteln für die Katastrophenhilfe angeordnet.

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