TERROR Keine Panik
In den USA beschäftigen sich Sozialwissenschaftler mit der Frage, wie Regierungen bei Terroranschlägen mit biologischen Waffen Massenpanik vermeiden können. Die Forscher kritisieren das Verhalten der Behörden während der jüngsten Anthrax-Anschläge und machen Hoffnung: Laut Thomas Glass, Epidemiologe an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, haben Menschen wenig Neigung zur Panik. Im Unterschied zur Annahme des FBI und des Zentrums für Seuchenbekämpfung, die während der Anthrax-Anschläge der Öffentlichkeit präzise Informationen nicht zumuten wollten, verhelfe Aufklärung zu sozialem Verhalten. Die Öffentlichkeit müsse, so Glass, von Anfang an einbezogen sein in die Verteidigung gegen Attacken mit Biowaffen. Informationen zurückzuhalten und auf Fragen zögernd zu antworten, schüre eher Panik als sie zu verhindern. Für Vincent T. Covello vom New Yorker Zentrum für Risiko-Kommunikation kommt es darauf an, ein »Wissensvakuum zu vermeiden«. Dieses werde oft mit Gerüchten gefüllt. Beistand erhalten die Wissenschaftler von David Ropeik vom Harvard-Zentrum für Risiko-Analyse: Information fördere das Vertrauen in »jene Menschen, deren Aufgabe es ist, uns zu beschützen«.