Kekilli-Affäre: Alice Schwarzer fordert Entschuldigung von "Bild" - DER SPIEGEL
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Kekilli-Affäre Alice Schwarzer fordert Entschuldigung von "Bild"

Die Journalistin Alice Schwarzer macht den Boulevard-Zeitungen heftige Vorwürfe wegen ihrer Kampagnen gegen die Schauspielerin Sibel Kekilli. Die Verantwortlichen hätten eher Grund sich zu schämen als die junge Türkin, die früher in Porno-Filmen mitgespielt hatte.
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Hamburg - Alice Schwarzer sagte dem "Tagesspiegel": "Wenn 'Bild' souverän ist, entschuldigt sie sich öffentlich bei Sibel Kekilli, die so mutig ihren Schmerz und ihre Empörung gezeigt hat über die Schmutzkampagne wegen ihrer 'Vergangenheit'. Wenn sich hier einer schämen muss, ist es nicht die junge Türkin, sondern sind es die für solche Kampagnen Verantwortlichen." Schwarzer hatte Kekilli bereits am Donnerstagabend direkt nach deren tränenreicher Rede bei der Bambi-Verleihung mit anerkennendem Händedruck gratuliert.

Die "Bild"-Chefredaktion wollte sich gegenüber dem "Tagesspiegel" nicht zu Kekillis Vorwürfen äußern. Auch ein Sprecher lehnte jeden Kommentar ab.

Mehrere andere Prominente hatten Kekilli ebenfalls ihren Respekt gezollt. Leinwand-Star Til Schweiger sagte, dass er Kekilli klasse fand. "Das war ein großartiger und herausragender Auftritt. Sie hat Rückgrat gezeigt", meinte TV-Komiker Olli Dittrich. TV-Moderatorin Barbara Schöneberger gratulierte: "Sie hat das gesagt, was alle denken, und hat meine volle Solidarität."

Die türkischstämmige Schauspielerin und Preisträgerin Sibel Kekilli hatte in ihrer Dankesrede bei der Bambi-Verleihung an die Boulevard-Zeitungen appelliert, endlich ihre "dreckigen Hetzkampagnen" gegen sie zu beenden: "Und denen ich nicht danke, das sind 'Bild' und 'Kölner Express'.

Die 24-Jährige, die mit dem Film "Gegen die Wand" quasi über Nacht berühmt geworden war, hatte früher in Porno-Filmen mitgewirkt. "Das, was ihr macht, nennt man Medienvergewaltigung", sagte Kekilli stockend und unter Tränen. "Ihr müsst mich nicht lieben, aber respektiert endlich, dass ich ein neues Leben begonnen habe." Kekilli hatte den Bambi in der Kategorie "Shooting Star" erhalten.

Der Bambi, einer der wichtigsten deutschen Medienpreise, war am Donnerstag in einer großen Gala im Hamburger "Theater im Hafen" verliehen worden. Zahlreiche deutsche und internationale Prominente waren der Einladung ins Musicaltheater im Hafen gefolgt, um die Preisträger zu feiern.

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"Bambi"-Verleihung 2004: Medienschelte und Kniefälle in Hamburg

Foto: DDP