Kenia: Chinese für Ameisen-Schmuggel zu Haftstrafe verurteilt - 2200 Tiere im Gepäck - DER SPIEGEL
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2200 Tiere im Gepäck Chinese für Ameisenschmuggel zu Haftstrafe verurteilt

Das Geschäft mit lebenden Wildtieren verspricht gute Gewinne. Nun wurde in Kenia ein chinesischer Staatsbürger verurteilt. Er war mit Tausenden Ameisen im Gepäck unterwegs.
Lebende Ameisen, die laut Angaben der Nachrichtenagentur AP vor Gericht gezeigt wurden
Lebende Ameisen, die laut Angaben der Nachrichtenagentur AP vor Gericht gezeigt wurden

Lebende Ameisen, die laut Angaben der Nachrichtenagentur AP vor Gericht gezeigt wurden

Foto: Andrew Kasuku / AP

Ein chinesischer Staatsbürger ist in Kenia wegen des versuchten Schmuggels von 2200 lebenden Ameisen verurteilt worden. Das Gericht in der Hauptstadt Nairobi verhängte gegen den Mann laut  CNN eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Schilling, umgerechnet rund 6500 Euro. Zudem wurde er zu einer zwölfmonatigen Haftstrafe verurteilt.

Ein Richter sagte laut dem Artikel, dass angesichts wiederholter Fälle von Ameisenschmuggel in Kenia eine harte Strafe zur Abschreckung notwendig sei. Bereits in der Vergangenheit hatte es Berichte über ähnliche Fälle gegeben. Vor fast einem Jahr waren zwei Teenager aus Belgien mit 5000 Ameisen im Gepäck erwischt worden.

Die Tiere sollen in Ländern wie China zu hohen Summen weiterverkauft und gehandelt werden. Sammler hielten dort ganze Kolonien in großen, transparenten Gefäßen, sogenannten Formicarien. In diesen lasse sich die komplexe Sozialstruktur und das Verhalten der Ameisen genau beobachten.

Kenianer soll beim Ameisenschmuggel geholfen haben

Der verurteilte Chinese war laut CNN vergangenen Monat am Flughafen von Nairobi festgenommen worden, als er mit mehr als 2200 lebenden Gartenameisen versucht habe, das Land zu verlassen. Die Anwälte des Mannes kündigten an, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Im Prozess hatte der Chinese laut übereinstimmender Berichte zunächst auf seiner Unschuld beharrt. Später habe der Mann den Handel mit lebenden Wildtieren eingeräumt. Mitangeklagt war offenbar auch ein Kenianer, dem vorgeworfen wurde, die Ameisen übergeben zu haben. Der Mann ist laut bisherigen Berichten derzeit auf freiem Fuß, sein Fall sei noch nicht verhandelt worden.

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Bereits im vergangenen Jahr waren vier Männer wegen des versuchten Schmuggels von Tausenden Ameisen zu Geldstrafen verurteilt worden. Auch sie sollten damals eine Million Schilling bezahlen. Laut Wildtierexperten, die zitiert wurden, deuten die Fälle darauf hin, dass sich der Schmuggel von Wildtieren inzwischen zu weniger bekannten Arten verlagert.

jpe