Kenia Prinz Ernst August prügelt wieder
Lamu/Nairobi - Am Sonntag gab der Prinz in einem Telefonat mit dpa in Nairobi die Tat zu: "Dieser Mann ist ein Zuhälter, ein Mensch, der anderen Leuten Freuden bereitet und dafür Geld nimmt." Der Adlige fügte hinzu: "Und ich habe die große Freude gehabt, dem Mann eine links und rechts zu geben." Der Disco-Besitzer Josef Brunnlehner wurde nach Angaben der Behörden mit schweren Brustverletzungen auf die Intensivstation einer Klinik in Mombasa gebracht. Die Polizei ermittelt gegen den Adligen.
Ernst August Prinz von Hannover besitzt eine Villa am Strand der Ferieninsel im Indischen Ozean, in der er zur Zeit mit seiner Frau, Prinzessin Caroline von Monaco, Urlaub macht. Brunnlehners Discothek auf der nahe gelegenen Nachbarinsel Manda soll seit längerem ein Streitpunkt zwischen den beiden sein. Der Prinz fühlt sich durch den Geräuschpegel des Etablissements in seiner Ruhe gestört. "Jede Nacht Musik bis um fünf Uhr morgens. Und jede Nacht zwischen Weihnachten und Neujahr hat er einen Laser-Beam auf mein Haus gerichtet", sagte er.
Am Freitagabend war Brunnlehner nach Darstellung von Zeugen per Boot nach Lamu gekommen, um dort Mitarbeiter des kenianischen Arbeitsministeriums zu Geräuschpegel-Messungen nach Manda zu bringen. "Kurz nachdem er von Bord gegangen war, sprangen die Angreifer unter lautem Gebrüll auf ihn los und schlugen wie verrückt zu", sagte der deutsche Hotelier Frank Neugebauer. "Während die anderen meinen Kollegen festhielten, schlug Ernst August selber ständig mit einem Schlagring auf ihn ein, bis er völlig zugerichtet am Boden lag."
Ernst August Prinz von Hannover verbringt nach eigenen Angaben seit 20 Jahren seine Urlaube auf der Insel. Er sei bemüht, die lokale Bevölkerung bevorzugt zu behandeln. Seit Brunnlehner mit seiner Discothek angefangen habe, sei "die ganze Gesellschaft hier richtig sauer. Ich bin bereit, jemandem eine links und rechts zu geben, weil die lokalen Leute es nicht dürfen. Die gehen ins Gefängnis, sofort. Ich bin hier um meine Freunde in Shella zu verteidigen."