Kidnapping Erste Hinweise auf Jakob
Frankfurt am Main - "Wir haben einen Hinweis auf den Verwahrort bekommen", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei. Weitere Details nannte er nicht. Die Polizei suche nun das Waldgebiet zwischen Frankfurt und Langen mit Reitern, einem Hubschrauber und mehr als 1000 Polizeibeamten ab.
Trotz der geglückten Geldübergabe am Montagmorgen hatten die Kidnapper den Jungen nicht wie zugesagt freigelassen. Zwei Verdächtige waren am Montag festgenommen worden, weitere sind laut Polizei auf der Flucht. Einer der beiden festgenommenen Verdächtigen habe nun den Hinweis gegeben, dass sich der Elfjährige möglicherweise in einem Waldstück südlich der Stadt befinde, erklärte der Sprecher am Dienstagmorgen.
Die fieberhafte Suche hatte sich zunächst auf den Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen konzentriert, wo Polizisten die Wohnungen der Festgenommenen durchsuchten. Zu den Ermittlungsergebnissen wollen sich die Fahnder erst im Laufe des heutigen Dienstags äußern. Das Privathaus der Familie wurde von der Polizei abgeschirmt.
Die Polizei bat um Hinweise unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/100 80 11. Gesucht werden Zeugen, die den Jungen beim Verlassen des Schulbusses oder danach gesehen haben. Jakob von Metzler ist etwa 1,45 Meter groß, hat mittelblondes kurzes Haar und blaue Augen. Am Freitag trug er sandfarbene Hosen, einen blau-weiß gestreiften Baumwollpulli, ein Hemd mit Kragen und weiße Sportschuhe der Marke "Puma". Er hatte einen schwarzen Nylon-Rucksack mit Reißverschlusstasche der Marke "Eastpak" bei sich.
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Der als vorsichtig geltende Gymnasiast Jakob war am Freitagvormittag wenige Gehminuten von seinem Elternhaus entfernt gekidnappt worden. Am letzten Schultag vor den Herbstferien habe er auf dem Nachhauseweg den Bus an der gewohnten Haltestelle an einem Supermarkt verlassen, berichtete die Polizei. Ein Mitschüler habe dies beobachtet. Zu Hause kam der Elfjährige aber nicht an. Die Eltern waren auf die wenig später gestellte Forderung der Erpresser eingegangen.
Das 1674 gegründete Frankfurter Bankhaus Metzler gilt als älteste deutsche Privatbank und ist nach wie vor im Eigentum der Familie von Metzler. Chef und persönlich haftender Gesellschafter ist der 1943 geborene Friedrich von Metzler. Das Haus konzentriert sich auf die Betreuung von Unternehmen und vermögenden Privatkunden. Rund 650 Menschen sind am Hauptsitz Frankfurt sowie in Niederlassungen in München, Stuttgart, den USA, Japan und Irland beschäftigt.
In Frankfurt tritt die Bankiersfamilie oft als Mäzen auf, während über das Privatleben so gut wie nichts bekannt ist. Großzügige Zuwendungen erhalten Museen und Universität sowie soziale Einrichtungen. Im Jahr 2000 spendete von Metzler 2 Millionen Mark (1,02 Millionen Euro) für soziale Projekte, unter anderem wurden ein Heim für behinderte Kinder und ein Hospiz für unheilbar Kranke bedacht.