Killer angeheuert Ex-Minister legt Geständnis ab
Potsdam - Die Story hat alles, was zu einem klassischen Krimi gehört: Anstiftung zum Mord, eine Filz-Affäre und eine junge russische Geliebte. Jetzt sitzt der frühere Minister Jochen Wolf, 60, in Untersuchungshaft. Bei der Verkündung des Haftbefehls hat er nun zugegeben, dass er seine Ehefrau umbringen lassen wollte, teilte die Potsdamer Staatsanwaltschaft heute mit. Der Killer hatte sich schon im vergangenen November der Polizei offenbart. Wolf habe ihm 15.000 Mark für den Auftrag zugesagt. Am vergangenen Freitag wurde Wolf verhaftet. Zum Motiv machte er keine Angaben.
Der Ex-Bauminister war zur Zeit des geplanten Mordes in der vergangenen Woche auf Dienstreise in der Ukraine. Ursula Wolf war laut "Bild"-Zeitung am vergangenen Donnerstag unter Schutz gestellt worden. Jochen Wolf wurde direkt bei der Rückkehr von der Reise auf einem Berliner Flughafen festgenommen und noch am selben Tag dem Haftrichter vorgeführt. Er war zuletzt 1998 in die Schlagzeilen geraten, als sich seine russische Geliebte in der gemeinsamen Wohnung erschoss. Die 23-Jährige soll laut "Bild" zuvor auf Wolfs Drängen hin versucht haben, dessen Ehefrau zu töten. Der Politiker hatte 1993 wegen einer Immobilienaffäre als Minister seinen Hut genommen und war später auch aus der SPD ausgetreten.
Anfang 1999 hatte die Staatsanwaltschaft in der Baufilz-Affäre Anklage gegen ihn erhoben. Im November desselben Jahres wurde Wolf wegen Vorteilsannahme im Amt zu einer Geldstrafe verurteilt. Laut Urteil des Amtsgerichts Potsdam hatte er 1991 dem Makler Axel Hilpert, ehemals Einkäufer für Kunst und Antiquitäten in Diensten des DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski, für die Vermittlung eines Grundstücks keine Provision gezahlt. Das Gericht ging davon aus, dass es zwischen Wolf und Hilpert zumindest eine stillschweigende Vereinbarung über eine mögliche Gegenleistung des Ministers gab.