Killer-Virus Zahl der Todesopfer höher als angenommen
Hongkong - Die WHO beruft sich dabei auf Angaben aus Peking, Singapur und Hongkong. Nach dem Tod eines SARS-Patienten in Singapur wurden dort am Mittwoch alle Schulen geschlossen.
Auch in Hongkong geht die Angst um. Behörden warnten, in der Stadt mit ihren sieben Millionen Einwohnern könne sich die Krankheit weiter ausbreiten. Besorgte Eltern forderten, wie in Singapur die Schulen zu schließen. Einige Schüler haben sich bereits infiziert. "Menschen aus allen Bereichen haben sich angesteckt", sagte ein hochrangiger Vertreter der Stadtregierung. "Wir sehen den Trend, dass die Zahlen steigen." Bislang sind in Hongkong 319 Menschen infiziert.
Höhere Angaben als zuvor kamen aus der 14-Millionen-Einwohner-Stadt Peking. Dort fielen drei Menschen der Lungenentzündung zum Opfer. Angeblich breitet sich SARS dort aber nicht aus. Nach wie vor ist unklar, ob die 31 Todesfälle in der südchinesischen Provinz Guangdong ebenfalls auf das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) zurückzuführen sind. Die Ergebnisse weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen stünden noch aus, sagte ein Vertreter der WHO.
Die Hongkonger Gesundheitsbehörden sind unterdessen auf der Suche nach 78 Ausländern, die im selben Hotel gewohnt hatten wie ein chinesischer Arzt, der die Krankheit vom Festland eingeschleppt haben soll. Die Hotelgäste sollen im Februar eine Nacht auf demselben Stockwerk verbracht haben wie der Kranke. Unter den Gästen hätten sich auch Deutsche befunden, sagte ein Regierungssprecher. Man habe die diplomatischen Vertretungen der betroffenen Länder kontaktiert und warte nun auf Antwort. Die Lungenentzündung wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, man kann sich also durch engen Kontakt mit niesenden oder hustenden Infizierten anstecken.
Im Münchner Verdachtsfall gibt es bisher keinen Nachweis auf einen Erreger. Dennoch könne eine SARS-Erkrankung nach wie vor nicht ausgeschlossen werden, teilte das Münchner Gesundheitsamt. Ein 72-jähriger Mann war von einer Reise aus Hongkong zurückgekommen und mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden.