Kindermord: Ayla starb durch Stich in den Hals - DER SPIEGEL
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Kindermord Ayla starb durch Stich in den Hals

Die in Sachsen entführte sechsjährige Ayla ist tot. Ein 37-Jähriger hatte die Tat gestanden und die Polizei zur Leiche geführt. Den bisherigen Ermittlungen zufolge starb Ayla durch einen Messerstich in den Hals.
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Zwickau - Der mehrfach vorbestrafte Arbeitslose und zweifache Vater sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Er habe die ihm bekannte Ayla sehr wahrscheinlich sexuell missbraucht, wie der Leiter der Polizeidirektion Westsachsen, Dieter Kroll, sagte. "Ayla war die Tochter einer Freundin der früheren Lebensgefährtin des Tatverdächtigen."

Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, sei der Unterleib der Leiche unbekleidet gewesen. Das Mädchen war am Dienstagmorgen auf offener Straße von einem Mann in den Kofferraum seines Autos gezerrt worden. Laut Polizei wurde die Sechsjährige bereits kurze Zeit später in einem Waldgebiet bei Zwickau getötet. Die Leiche sei mit Reisig und Mulde zugedeckt und nicht ohne weiteres zu finden gewesen, sagte Kroll.

Bei der Vernehmung habe der gelernte Fliesenleger, der einen fünf Monate alten Sohn und eine fünf Jahre alte Tochter hat, ausgesagt, dass er selbst nicht wisse, warum er das getan habe. Laut Polizei gab der 37-Jährige weiter an, dass er das Mädchen getötet habe, nachdem es geschrieen hätte. Der Täter bestreite aber bisher, das Kind missbraucht zu haben.

Die 27 Jahre alte Mutter von Ayla, die noch eine sieben Monate alte Tochter hat, wird inzwischen psychologisch betreut. Laut Polizei ist der Verdächtige mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Mordes. Als 17-Jähriger hatte er 1985 eine ältere Frau auf der Straße erstochen. Dafür wurde er vom Bezirksgericht Chemnitz zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. 1996 kam eine Verurteilung wegen Unterschlagung hinzu. 1997 musste der Mann wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern für zwei Jahre hinter Gitter.

Die Vernehmung des Verdächtigen bezeichnete Kroll als ungewöhnlich. Er zeichne viel und spreche nur in Halbsätzen. "Es sind keine normalen Gespräche." Gestern Nachmittag habe der Mann erstmals angedeutet, dass er etwas mit der Entführung zu tun habe. Der aus der Nähe von Zwickau stammende Vater zweier Kinder war ins Visier der Ermittler geraten, weil die Beschreibung des Täterfahrzeugs - eines dunkelgrünen Fiats Tempra mit Stufenheck und Zwickauer Kennzeichen - auf seinen Wagen zutraf. "Dieser Fahrzeugtyp ist in Zwickau sehr selten", sagte Kroll.

Die Polizei nimmt an, dass das Mädchen sexuell missbraucht worden ist. "Wir wissen es aber nicht genau, da das Ergebnis der Untersuchung noch nicht abschließend vorliegt", sagte Kroll. Der Verdächtige sei nach der Tat nach Gößnitz in Thüringen gefahren, habe dort eine Firma aufgesucht, in der er früher gearbeitet hatte, und geduscht. Der Mann wurde etwa zwölf Stunden nach der Tat festgenommen.

Im Fahrzeug und an seiner Kleidung wurden Spuren gesichert, die beim Landeskriminalamt Sachsen untersucht werden. Der Polizei zufolge handelt es sich dabei auch um DNA-Spuren, die inzwischen auch an das Bundeskriminalamt übersandt wurden.

Frank Ellmers, ap