Kindermord Letztes Geleit für Carolin
Gundelfingen - Zu den Trauergästen in der Pfarrkirche St. Martin zählten zwei Ministerinnen, die extra aus München angereist waren. Bayerns Justizministerin Beate Merk und Sozialministerin Christa Stewens (beide CSU) appellierten an die Wachsamkeit der Bürger - Kindesmisshandlung dürfe niemals akzeptiert werden. Auch zahlreiche Bürger bekundeten ihre Anteilnahme an dem schrecklichen Tod des kleinen Mädchens.
Nach der Totenmesse versammelte sich die Gemeinde vor der Kirche, um der Dreijährigen ihr letztes Geleit zu geben. Gesichert wurde der Trauerzug von rund 40 Polizeibeamten. An die hundert Menschen begleiteten den hellblauen Sarg zu Carolins letzter Ruhestätte. Dort nahmen die Trauernden bewegt Abschied. Auf dem Grab häuften sich Kränze aus weißen und roten Rosen, deren Schleifen polnische Inschriften trugen.
Aus dem engeren Familienkreis der Dreijährigen waren die Großmutter und die Tante gekommen. Gundelfingen ist der Wohnort von Carolins Großmutter.
Das Kind war vor zehn Tagen schwer misshandelt auf der Toilette eines Krankenhauses gefunden worden und erlag später ihren Verletzungen. Die 24-jährige Mutter des Mädchens sitzt immer noch mit ihrem Lebensgefährten in Italien in Haft und wartet darauf, nach Deutschland ausgeliefert zu werden. Sie soll Carolin gemeinsam mit ihrem Freund zu Tode geprügelt haben. Es bestehen Zweifel an ihrer Aussage, dass ihr Freund das Mädchen mehrfach gegen eine Wand geschlagen habe und sie machtlos zusehen musste.