Kinderpornografie Tötungsanleitung im Internet
Bad Segeberg - Ein 26-Jähriger aus Bad Segeberg hat der Polizei gestanden, die Anleitung auf sieben Seiten seiner Homepage installiert zu haben. Nach seinem Geständnis war er dem Haftrichter vorgeführt, aber wieder freigelassen worden. Es habe kein Haftgrund vorgelegen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.
Derzeit sichten Spezialisten des Landeskriminalamtes das Material, das in der Wohnung des Mannes gefunden wurde. "Wir haben Unmengen von Videokassetten und Schriften sichergestellt", sagte ein Sprecher der Bad Segeberger Polizei. Nach der Auswertung werde die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob gegen den Mann Anklage wegen Aufforderung zu einer Straftat erhoben wird. Zurzeit werde nur wegen des Besitzes und der Verbreitung pornografischer Schriften gegen ihn ermittelt. Der 26-Jährige selbst habe bestritten, andere zu Straftaten aufgefordert zu haben. Das will er nach eigener Aussage auf seiner Homepage auch so zum Ausdruck gebracht haben. Dennoch stieß der Mann mit seiner Site auf Resonanz, mehrere Usern forderten sogar weitere Informationen an. Auch gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Der neue Fall von Kinderpornografie im Internet war nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) aufgedeckt worden. Das BKA sei nach monatelangen Recherchen auf die Spur des Mannes aus Wahlstedt bei Bad Segeberg gekommen. Der Mann habe seine "perversen Phantasien" wie ein Drehbuch für einen Pornofilm formuliert. Die detaillierten Tipps wie ein junges Schulmädchen gekidnappt werden könne, hätten in der Aufforderung gegipfelt, das Kind zu ersticken, so die "Lübecker Nachrichten".
Der Kinderschutzbund zeigte sich entsetzt. "Das ist ein ganz extremer Fall", sagte Sprecherin Gabriele Wichert. Sie finde es sehr bedrückend, dass der Mann mit der Begründung wieder auf freiem Fuß sei, ihm sei keine Aufforderung zu einer Straftat nachzuweisen. Möglicherweise bestehe hier eine Gesetzeslücke, sagte Wichert. Falls dies der Fall sei, müsste diese umgehend geschlossen werden. Der Täter selbst brauche vermutlich eine psychologische Behandlung. Besonders erschütternd sei jedoch, dass viele Internetbenutzer diese Seite angeklickt hätten.