Kinderschutzbund: Schröder-Köpf hat nette Tochter - DER SPIEGEL
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Kinderschutzbund Schröder-Köpf hat nette Tochter

In der Erziehungsdebatte hat sich nun auch der Kinderschutzbund zu Wort gemeldet. Doris Schröder-Köpfs Erziehungsforderungen wurden dabei scharf kritisiert. Gleichzeitig gratulierte der Präsident der Organisation der Kanzlergattin zu ihrer netten Tochter.
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Hannover - "Was wir brauchen", sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, am Donnerstag in Hannover, "ist eine partnerschaftliche Erziehung, bei der die Kinder ernst genommen werden." Die Ehefrau von Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in einem Interview gefordert, Werte wie Pflichtbewusstsein, Fleiß und richtiges Benehmen stärker in den Mittelpunkt der Kindererziehung zu rücken.

"Ich vermisse bei dieser Aufzählung die Tugenden Einfühlungsvermögen und Empfindsamkeit", sagte Hilgers. Kinder sollten vor allem dadurch erzogen werden, dass man ihnen zeigt: Die Eltern mögen die eigenen Sprösslinge und nehmen sie für voll. "Kinder brauchen Liebe", sagte Hilgers. Außerdem sollten die zahlreichen Vorbilder in Familie, Schule und Medien, an denen sich Kinder automatisch orientieren, möglichst gute Werte vorleben. Statt Strenge sei insgesamt oft eher partnerschaftlicher Umgang mit dem Nachwuchs angebracht. "Man muss begründen, argumentieren, viel sprechen", sagte Hilgers. Schröder-Köpf sei bei der Erziehung ihrer zehnjährigen Tochter Klara selbst übrigens bislang erfolgreich gewesen: "Das ist ein nettes Mädchen."

In Deutschland seien weniger falsche Werte in der Erziehung problematisch als konstant bestehende Gewalt gegenüber Kindern. "Über eine Millionen Kinder werden in Deutschland regelmäßig mit Stöcken oder anderen Gegenständen geschlagen", sagte Hilgers.

Ein Großteil der Eltern erziehe ihre Kinder aber bereits richtig und freundlich. Den Eltern werde das Kinderhaben allerdings durch einen Mangel an Betreuungsplätzen und gesellschaftlicher Rücksicht auf Kinder schwer gemacht. "Während in Frankreich im Durchschnitt jede erwachsene Frau 1,7 Kinder hat, sind es in Deutschland nur 1,3", sagte Hilgers. Große Unternehmen müssten mehr Betreuungsplätze für Kinder einrichten und noch flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten. "Viele Firmen nehmen immer noch keine Rücksicht", kritisierte Hilgers. Die Bundesregierung müsse außerdem für mehr Ganztageseinrichtungen und Familienförderung sorgen.

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