Kindesmissbrauch Prozess gegen Michael Jackson verschoben
Santa Maria - Mit der Verschiebung um viereinhalb Monate folgte der zuständige Richter gestern Abend einem Antrag von Jacksons Verteidigung. Die Anwälte hatten mehr Vorbereitungszeit für das Verfahren gefordert.
In der Anhörung erhob die Staatsanwaltschaft neue Vorwürfe gegen den Popstar. Jackson habe die Familie eines Jungen gezwungen, von ihren Vorwürfen des Kindesmissbrauchs abzurücken, und die Aussage dann auf Video aufgenommen. Der Sänger habe den Jungen und seine Familie auf seiner "Neverland"-Ranch festgehalten und zu den Aufnahmen genötigt, sagte Staatsanwalt Gordon Auchincloss.
Jackson habe nach der öffentlichen Reaktion auf eine Fernsehsendung über sein Verhältnis zu Kindern Angst bekommen, dass die Missbrauchsvorwürfe seine Karriere zerstören könnten.
In der Fernsehdokumentation, die im Februar 2003 ausgestrahlt wurde, war Jackson Hand in Hand mit dem Jungen zu sehen, der ihn nun des Missbrauchs beschuldigt. Auchincloss warf Jackson vor, den Jungen, der "John Doe" genannt wird, durch das luxuriöse Leben auf der Neverland Ranch verführt zu haben. "John Doe" ist allerdings nicht der richtige Name des Kindes. Er wird von der Staatsanwaltschaft benutzt, um die Identität des Opfers zu schützen
"In Neverland gibt es lange Nächte und keine Hausaufgaben. Es ist eine Welt der Genusssucht. Das bringt "John Doe" schließlich dazu, in Michael Jacksons Bett zu schlafen", heißt es in dem Beitrag. Immer wieder habe Jackson den Jungen und dessen Familie mitten in der Nacht mit dem Flugzeug abholen und zu seiner Ranch bringen lassen.
Jacksons Verteidiger Thomas Mesereau erklärte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft für lächerlich. Der Gedanke, dass die Aufenthalte der Familie bei Jackson eine Form von Gefangennahme dargestellt hätten, sei absurd, sagte der Anwalt.