Kindesmisshandlung Jungen halbnackt in Koffer gesperrt
München - Den Fahrgästen des Busses war ein Koffer aufgefallen, den zwei Frauen im Stehbereich abgestellt hatten: Sie drängten die beiden schließlich dazu, das 50 Zentimeter große Gepäckstück zu öffnen, nachdem es sich während der Fahrt eigentümlich bewegt hatte.
In dem Koffer hockte ein zweijähriger Junge, am ganzen Leibe zitternd und nur mit einer Windel bekleidet. Nach der Entdeckung versuchten die beiden 24 und 31 Jahre alten Frauen zwar zu flüchten - sie konnten aber nach kurzer Verfolgung von der Polizei festgenommen werden.
Ihre Begründung für das grausame Gefängnis des kleinen Buben klang derart wirr, dass die beiden Frauen zur Begutachtung in eine psychiatrische Klinik gebracht wurden: Der Junge sei krank und besessen und sie hätten ihn in den Koffer gesteckt, um ihn in eine Kirche zu bringen und dort gesund beten zu lassen.
Die 31-Jährige gab weiter an, sie habe in ihrer Wohnung alle Wasserhähne aufgedreht und die Abflüsse verstopft, "um teuflische Einflüsse zu vertreiben". Die Beamten eilten daraufhin zu der Wohnung und fanden eine Überschwemmung vor.
Das Kind wurde in ein Heim gebracht, das Jugendamt und die Gesundheitsbehörde wurden eingeschaltet.