Kirchen-Querulant: Erzbischof wird exkommuniziert - DER SPIEGEL
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Kirchen-Querulant Erzbischof wird exkommuniziert

Er war das schwarze Schaf in der katholischen Kirche und wurde schließlich verstoßen: der sambische Erzbischof Emmanuel Milingo. Er hatte gleich mehrere Tabus gebrochen. Das i-Tüpfelchen aus Sicht des Vatikans: Milingo ernannte vier verheiratete Männer zu Bischöfen.
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Rom - Milingo sei durch diese Tat laut Kirchengesetz ebenso wie die vier Männer "automatisch exkommuniziert" ("latae sententiae"), teilte der Vatikan am Dienstag mit. Das Kirchenrecht sieht diese Strafe vor, wenn die Schuldigen das Unrecht ihres offensichtlichen Verstoßes erkennen müssten, heißt es in der Mitteilung. Die Ordinierungen fanden nach Angaben des Vatikans am Sonntag in Washington statt. Der Vatikan wirft dem Erzbischof vor, die Gläubigen zu spalten.

Milingo war schon mehrmals mit dem Heiligen Stuhl aneinander geraten. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, er habe mit Massen-Exorzismus und Heilzeremonien afrikanische Stammesriten unterstützt. Im vergangenen Juli war Milingo aus einem italienischen Dorf geflohen, in dem er unter vatikanischer Aufsicht lebte. Von dort war er in die USA gereist und hatte sich einer Gruppe angeschlossen, die sich für verheiratete Priester einsetzt. Zudem hatte er wieder Kontakt zur Moon-Sekte und zur Südkoreanerin Maria Sung aufgenommen, die er 2001 bei einer Massenhochzeit der Moon-Sekte geheiratet hatte.

Mit dem aktuellen Vorfall hat der Erzbischof das Fass nun offensichtlich zum Überlaufen gebracht. Der Vatikan erklärte, man habe die Geduld mit ihm verloren.

fok/AFP/AP