Kirchensanierung: Giftige Dämpfe töten Familienvater - DER SPIEGEL
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Kirchensanierung Giftige Dämpfe töten Familienvater

Giftige Holzschutzmittel verbreiteten bei der Sanierung einer Kirche in Bayern tödliche Dämpfe. Ein dreifacher Familienvater starb, seine Frau und seine drei Kinder kamen ebenso wie zehn Nachbarn mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus.
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Amberg - Die neben der Dorfkirche im nordbayerischen Ursensollen wohnenden Familien hätten offensichtlich Giftdämpfe eingeatmet, mit denen Holzwürmer im Kirchengestühl und in Heiligenfiguren vernichtet werden sollten, teilte die Polizei mit. Gegen die verantwortliche Firma werde nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Der 39-jährige Familienvater sei mit Vergiftungserscheinungen in das Klinikum Amberg eingeliefert worden und wenige Stunden später gestorben, erklärte ein Polizeisprecher. Die Ärzte seien zunächst ratlos gewesen. Als wenig später wurden auch die 36-jährige Ehefrau, ihre Kinder im Alter von zehn, zwölf und 14 Jahren sowie ihre 21-jährige Nichte mit denselben Symptomen in die Intensivstation eingeliefert wurden, geriet die Kirche als Ursache ins Visier. In ihr stellten die Behörden eine erhöhte Konzentrationen des Gifts fest.

Die Familie war am Donnerstag außer Lebensgefahr, blieb aber zusammen mit einer Nachbarsfamilie zur Beobachtung im Krankenhaus. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei erhärteten den Verdacht, dass der Mann durch Einatmen von Holzbegasungsmitteln gestorben sei. Die Familie wohnte unmittelbar an der Vitus-Kirche, wo eine Firma das Holz mit einem chemischen Mittel gegen Schädlinge begast hatte. Dämpfe seien offenbar über einen Verbindungstrakt in das Wohnhaus gelangt und von den Bewohnern längere Zeit eingeatmet worden sein. Auch die Katze der Familie sei verendet.