Klärwerke abgeschaltet: Elbe wird zur Kloake - DER SPIEGEL
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Klärwerke abgeschaltet Elbe wird zur Kloake

In Sachsen droht ein neues Desaster. Da viele Kläranlagen unter Wasser stehen, mussten sie ihren Dienst einstellen. Abwässer fließen derzeit ungefiltert in die Elbe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dresden - 110.000 Kubikmeter Abwasser aus Dresden sowie den Nachbarstädten Radebeul und Freital werden normalerweise täglich in der einzigen Kläranlage der Landeshauptstadt gereinigt. Doch seit Freitag steht die Anlage still. Wer in der Region die Klospülung zieht, übergibt seine Hinterlassenschaft derzeit direkt an die Elbe.

Alleine in der sächsischen Landeshauptstadt gelangen seit vergangenem Freitag die Abwässer von weit über einer halben Million Menschen ungereinigt in den Fluss. "Das ist nur noch eine braune Brühe", sagt Torsten Fiedler, Sprecher der Dresdner Stadtentwässerung. Die Situation sei "untragbar", auch wenn die Abwässer in verdünnter Form in den Strom geraten. Allerdings bestehe keine unmittelbare Gefahr. "Es ist nicht so gravierend, dass man einen Umweltalarm auslösen müsste."

Auch im Erzgebirge und anderen Teilen Sachsens - etwa in der Region um Chemnitz - wurden Kläranlagen überflutet. Dort wurde die Bevölkerung zeitweise aufgerufen, Trinkwasser in Flaschen zu kaufen. In Freiberg hatte das Gesundheitsamt dringend empfohlen, den Hautkontakt mit dem Überflutungswasser möglichst zu vermeiden. Lebensmittel, die mit der Flüssigkeit in Berührung kommen, sollten entsorgt werden. Das Trinkwasser in Dresden wird derzeit nicht aus der Elbe gewonnen und ist nach Angaben der Behörden sicher.

Schweres Gerät der Bundeswehr soll helfen, die unter Wasser stehende Kläranlage in Dresden wieder frei zu bekommen. "Wir erwarten die Pumpen an diesem Dienstag", sagt Fiedler. Bis Ende der Woche soll die Anlage so weit sein, dass zumindest ein Teil der Abwässer wieder geklärt werden können. Bis die volle Kapazität wieder erreicht ist, würden jedoch Wochen oder Monate vergehen.

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