Klage in den USA: Hochzeitsplanerin vs. Brauteltern - DER SPIEGEL
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Gerichtsstreit wegen Hochzeitskosten Geld oder Liebe

Die Braut trug Oscar de la Renta, ihre Eltern bezahlten die Sause: Eine Hochzeit in der Washingtoner High Society war ein teurer Spaß. Jetzt hat die Hochzeitsplanerin Klage eingereicht. Es geht um Millionen.
Hochzeitsplanerin Mindy Weiss
Hochzeitsplanerin Mindy Weiss

Hochzeitsplanerin Mindy Weiss

Foto: Tiffany Rose / Wedding Paper Divas / Getty Images
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Es kommt öfter vor, dass auf eine opulente Hochzeit ein Gerichtsverfahren folgt - wenn die Ehepartner sich verkracht haben. In einem pikanten Fall aus den USA ist die Sache ein wenig anders gelagert. Eine Klage gibt es auch hier. Allerdings handelt es sich bei den Streitparteien nicht um die einstige Braut und ihren damaligen Bräutigam. Sondern um die Brauteltern und die Hochzeitsplanerin, wie die "Washington Post" berichtet .

Der Reihe nach: Im Juni 2015 heiratete Alex Campbell ihren Partner Peter. Die Braut ist die älteste Tochter von Joan und Bernard Carl, einem wohlhabenden Ehepaar, das eine feste Größe in der High Society Washingtons ist. Die Carls sind unter anderem Besitzer der französischen Luxustextilfirma D. Porthault .

Die Eltern bezahlten die Hochzeit. Für die Organisation und Ausrichtung engagierten sie Mindy Weiss, einen Star der Szene.

Man darf getrost sagen, dass sich die Carls nicht lumpen ließen: Jeder der 250 Gäste hatte eine mit Monogramm versehene Stoffserviette. Beim Empfang wurde ein eigens kreierter Cocktail in Strauß-Eierschalen serviert. Das Brautkleid war von Designer Oscar de la Renta. 3500 weiße Rosen wurden auf dem Rasen drapiert. Die Hochzeitstorte hatte sieben Stockwerke.

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Atemberaubende Sause, atemberaubender Preis

Die Feier war auf dem Anwesen der Familie in den Hamptons, das Jawort gab sich das Paar eine Woche später in der familieneigenen Kapelle im Loiretal. Am Morgen danach gab es für die Frischvermählten eine Heißluftballonfahrt. Die Zeitschrift "Brides" fasste zusammen, die mehrtätige Hochzeit in den Hamptons und Frankreich sei atemberaubend gewesen.

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Atemberaubend war offenkundig auch der Preis. Die Kosten der Sause beliefen sich auf eine siebenstellige Summe.

Siebenstellig ist nun auch der Streitwert der Klage, die Weiss gegen das Ehepaar Carl eingereicht hat. Sie möchte laut "Washington Post" 340.500 Dollar an Lohn und Ausgaben haben. Zudem verlangt Weiss 1,4 Millionen Dollar Schadensersatz.

Weiss macht geltend, sie habe wie eine Verrückte gearbeitet, um die Hochzeit auf die Beine zu stellen - allein mit rund 267.000 Dollar aus eigener Tasche sei sie in Vorleistung gegangen: unter anderem 45.000 Dollar für Mitarbeiter, 38.000 Dollar für Beleuchtung, 10.000 Dollar für das Videoteam - und 1000 Dollar für kleine Täschchen mit Kopfschmerztabletten für den Morgen nach der Feier.

"Personen, die die Liebe der Menschen zu ihren Kindern ausnutzen"

Das Ehepaar Carl sieht die Sache anders: Man habe Weiss als Beraterin verpflichtet. Sie hätte keine eigenen Aufträge vergeben dürfen, habe aber überteuert bei ihren Buddies aus Los Angeles eingekauft, statt ortsansässige Unternehmen zu beauftragen.

Bernard Carl sagte der "Washington Post": "Ich denke, es gibt Personen, die die Liebe der Menschen zu ihren Kindern ausnutzen." Wenn man einen gewissen Wohlstand habe, müsse man damit leben. "Aber das macht es nicht angenehm." Weiss habe unautorisiert das Geld der Brauteltern ausgegeben. Und sie wolle das Hochzeitsvideo erst herausrücken, wenn alles bezahlt sei.

Vielleicht hätten sich die stolzen Eltern einfach mal anschauen sollen, für wen Weiss schon gearbeitet hatte: Gwen Stefani, die Kardashians, Ellen DeGeneres, Sofia Vergara, Shaquille O'Neal, Adam Sandler, Heidi Klum. Das hätte womöglich einen Hinweis auf den Kostenrahmen gegeben. Weiss ist jemand, der für Hochzeiten den Spartipp gibt, doch auf den Champagnerempfang zu verzichten .

Die "Washington Post" analysiert, vermutlich hätten Auftraggeber und Planerin von vornherein nicht gut zueinander gepasst. Fast noch schlimmer als der Rechtsstreit sei für die Carls, dass die Sache nun in die Öffentlichkeit gelangt sei - zuerst berichtete die britische Boulevardzeitung "Daily Mail"  unter Berufung auf Gerichtsunterlagen über den Fall.

Kein Budget vorgegeben

Bernard Carl sagt, Weiss' "Hollywood-Ästhetik habe von vornherein nicht zu der Hochzeit gepasst". Das hätten er und seine Frau nicht früh genug gemerkt. "Das war unser Fehler."

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Es war ganz sicher auch ein Fehler, kein Budget vorzugeben. Laut "Washington Post" wäre die Hochzeit fast abgesagt worden, als Weiss sechs Wochen vor dem Termin einen Kostenvoranschlag über drei Millionen Dollar präsentierte. Die Carls hatten mit einem Drittel der Kosten gerechnet.

Die Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Sofern Weiss das Hochzeitsvideo rausrückt, wollen die Carls 100.000 Dollar nachzahlen - mehr aber nicht.

Zu viel habe nicht funktioniert, sagten sie der "Washington Post": Die Hunde des Brautpaars seien nicht auf dem Hochzeitsfoto gewesen. Es habe keinen Plan B für Regen gegeben. Spezielle Vorrichtungen, die verhindern sollten, dass Frauen mit hochhackigen Schuhen im Rasen einsinken, hätten nicht funktioniert. Und nicht zu vergessen: Die Brownie-Station sei schlecht beleuchtet gewesen.

Immerhin: Alex und Peter sind noch verheiratet.

ulz

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