Klinikum Aachen Polizei gibt nach Großeinsatz Entwarnung
Einsatzwagen vor der Aachener Uniklinik: Polizei geht von keiner Geiselnahme aus
Foto: Marius Becker/ dpaAachen - Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, sicherten die Aachener Uniklinik - doch die Befürchtung, ein Mann habe in dem Gebäude eine Geisel genommen und eine Bombe deponiert, hat sich offenbar nicht bestätigt. Polizei, Feuerwehr und der Sicherheitsdienst des Krankenhauses durchsuchten das Gebäude am Freitagabend, wie eine Polizeisprecherin SPIEGEL ONLINE sagte. Dabei hätten sich weder Hinweise auf eine Geiselnahme noch auf einen Sprengsatz ergeben. Man habe selbst "in den hintersten Winkeln" gesucht, teilte die Polizei mit.
Bereits zuvor hatte es geheißen, man gehe nicht davon aus, dass der bis jetzt unbekannte männliche Einzeltäter eine Person in seiner Gewalt habe. Ob dies überhaupt jemals so gewesen sei, wisse man nicht.
Man wisse jetzt, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Patienten oder die Mitarbeiter des Universitätsklinikums bestanden habe, sagte eine Polizeisprecherin. Die Zufahrtsstraßen zum Klinikum wurden am Abend wieder freigegeben. Sie waren seit dem Nachmittag gesperrt.
Nun müsse ermittelt werden, wer der Mann gewesen sei, der den Großeinsatz ausgelöst habe. Wer der unbekannte Mann ist und wo er sich aufhält, ist unklar. Es sei angesichts der Durchsuchung allerdings unwahrscheinlich, dass er noch in der Klinik sei, sagte die Polizeisprecherin SPIEGEL ONLINE.
Verdächtiger Mann soll Aktentasche getragen haben
Am Nachmittag hatte ein Polizeisprecher erklärt, nach ersten Erkenntnissen gehe man von einer möglichen Geiselnahme aus. Die "Kölnische Rundschau" hatte berichtet, der Mann habe ein Kleinkind in seine Gewalt gebracht. Er habe dem Vater des Kindes gedroht, er solle Geld besorgen, anderenfalls gehe ein Sprengsatz hoch. Die Klinik habe die Polizei alarmiert, das Gebäude sei nicht geräumt worden.
Nach vorläufigen Erkenntnissen der Polizei hatte am frühen Nachmittag ein etwa 40 bis 45-jähriger Mann mit dunklen Haaren bei der Finanzverwaltung des Klinikums einen Zettel abgegeben und sich anschließend entfernt. Der Unbekannte soll eine Aktentasche bei sich gehabt haben. "Auf dem Schreiben erhebt der Unbekannte eine Geldforderung und bekräftigt diese mit einer Gewaltandrohung", schrieb die Polizei am Abend in einer Pressemitteilung.
Das 1985 eröffnete Aachener Klinikum an der niederländischen Grenze ist eine der größten medizinischen Einrichtungen Europas. Der riesige Gebäudekomplex verfügt über 6600 Räume. Pro Jahr werden dort rund 48.000 Patienten stationär und etwa 250.000 Patienten ambulant behandelt. Die gesamte medizinische Fakultät der RWTH Aachen ist dort untergebracht.