Kölner U-Bahn-Pfusch: Baufirma suspendiert Mitarbeiter - DER SPIEGEL
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Kölner U-Bahn-Pfusch Baufirma suspendiert Mitarbeiter

Die "Führungsriege" blieb vorerst verschont: Kurz nach Bekanntwerden von schweren Versäumnissen beim Bau der Kölner U-Bahn verkündete der federführende Baukonzern, er habe drei Mitarbeiter suspendiert.
Warnschild vor dem Logo der Baufirma Bilfinger Berger an der geplanten Station Heumarkt
Warnschild vor dem Logo der Baufirma Bilfinger Berger an der geplanten Station Heumarkt

Warnschild vor dem Logo der Baufirma Bilfinger Berger an der geplanten Station Heumarkt

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Köln - Ein Polier und zwei für den Spezialtiefbau an der künftigen U-Bahn-Station "Heumarkt" verantwortliche Bauleiter wurden von ihrem Arbeitgeber, der Firma Bilfinger Berger, freigestellt. Dies bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die drei Männer sollen für die Arbeiten an einer inzwischen als gefährdet eingestuften Baugrube in der Kölner Innenstadt zuständig gewesen sein.

Der Sprecher betonte, es handele sich ausdrücklich nicht um die "Führungsriege" des Unternehmens. Die Freistellungen seien bereits vor einigen Wochen ausgesprochen worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte im Januar wegen Verdachts auf Betrug und Fälschung technischer Aufzeichnungen Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter von Baufirmen eingeleitet.

Seit einigen Jahren bauen mehrere Unternehmen die neue U-Bahn in Köln unter der Leitung von Bilfinger Berger. Nach Medienberichten sind falsche Vermessungsprotokolle für 28 Schlitzwand-Lamellen in verschiedenen Baugruben entdeckt worden. "Wir gehen davon aus, dass es noch deutlich mehr sein können. Für uns sieht das nach einer systematischen Fälschung aus", hatte ein an der Aufklärung des Falles beteiligter Insider dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt. Die örtliche Bauleitung hatte am vergangenen Freitag Mängel bei der Qualitätskontrolle eingeräumt.

In der Domstadt wächst nach ständig neuen Berichten über Mängel an mehreren U-Bahnbaustellen und Spekulationen über organisierten Betrug die Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung.

Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) kam am Dienstagmorgen zu einer Krisensitzung zusammen. Eine KVB-Sprecherin sagte, derzeit sei nicht absehbar, wie lange die Sitzung dauern und ob das Gremium Beschlüsse fassen wird.

Bei Hochwasser des Rheins wird mittlerweile auch ein Fluten der Baustellen erwogen. Wenn der Pegel steige, könnte die Baustelle zum Ausgleich der Druckverhältnisse geflutet werden, sagte eine KVB-Sprecherin. Dann müssten möglicherweise auch Häuser in der Nähe der U-Bahn-Baustellen evakuiert werden, hieß es.

In der Nähe des Waidmarkts in der Innenstadt war Anfang März 2009 das Stadtarchiv eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, zahlreiche wertvolle Archivalien wurden verschüttet. Es wird vermutet, dass das Unglück und die Fehler beim U-Bahn-Bau in Zusammenhang stehen.

ala/dpa/AFP/ddp