Kokerei Kaiserstuhl: Sprengung eines Kohleturms - DER SPIEGEL
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Kokerei Kaiserstuhl: Die Sprengung des Kohleturms

Foto: Rag Montan/ dpa

Sprengung eines Kohleturms in Dortmund Rumms, da war er weg

180 Kilo Sprengstoff - und dann war der Kohleturm der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund Schutt und Asche. Mit ihm fiel das letzte Relikt einer vergangenen Zeit. Die moderne Technik der Anlage wurde schon vor Jahren nach China verkauft.
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Dortmund - Der Kohleturm der ehemaligen Dortmunder Kokerei Kaiserstuhl ist am Samstagmorgen gesprengt worden. Wie vorgesehen fiel das 75 Meter hohe Silo auf ein sogenanntes Fallbett aus Schutt. Zuvor war der Turm nach Angaben des Unternehmens RAG Montan Immobilien mit 950 Bohrlöchern und Zündern versehen worden. 180 Kilo Sprengstoff waren nötig, um das 9000 Tonnen schwere Industriebauwerk mit seinen 60 Zentimeter dicken Außenwänden zu Fall zu bringen.

In einer Kokerei wird Kohle zu Koks verarbeitet, der wiederum bei der Stahlerzeugung gebraucht wird. Die Kokerei Kaiserstuhl bestand bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der jetzt gesprengte Turm gehörte allerdings zu einer neueren Anlage mit der Bezeichnung Kaiserstuhl III. Diese war 1992 in Betrieb genommen worden und galt damals als die modernste Kokerei Europas. Sie sollte ältere Kokereien ablösen, die nicht mehr den damals geltenden Umweltvorschriften entsprachen.

Schon acht Jahre später wurde sie wieder stillgelegt. Nachdem der ThyssenKrupp-Konzern  seine Stahlproduktion nach Duisburg verlegt hatte, sah man in Dortmund keinen Bedarf mehr für eine Anlage dieser Größe. Die technischen Anlagen wurden daraufhin an die Yankuang-Gruppe, einen großen staatlichen Bergbaukonzern Chinas verkauft. Fachkräfte des neuen Besitzers demontierten die Anlage , verschifften sie und bauten sie in Jining City in der ostchinesischen Provinz Shandong wieder auf.

mak/dpa