Kolumbien Deutsche Geisel freigelassen
La Union - Zehn vermummte und bewaffnete Angehörige der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) übergaben die Entführten nahe der Stadt La Union an Mitarbeiter des Roten Kreuzes und Menschenrechtsbeauftragte der Provinzregierung von Antioquia. Die Geiseln waren unverletzt, machten aber nach langen Märschen in unwegsamem Gelände einen erschöpften Eindruck.
Wenige Stunden vor der Freilassung hatte ELN-Kommandeur Nicolas Rodriguez gesagt, die Mitglieder der Gruppe seien vorsorglich entführt worden und würden ohne Lösegeldzahlung freigelassen.
Die Gruppe war am Mittwoch aus einem Camp nahe La Union verschleppt worden, wo sie im Auftrag einer Umweltschutzorganisation biologische Untersuchungen vornahm. Bei der Deutschen handelt es sich um eine 24-jährige Studentin, die seit längerem in Kolumbien lebt.
Die ELN, die zweitgrößte Guerilla-Gruppe des Landes, hatte bereits früher durch spektakuläre Entführungen auf sich aufmerksam gemacht. Im April kaperten ihre Rebellen ein Passagierflugzeug und entführten alle 41 Personen an Bord. Einen Monat später verschleppten sie 160 Teilnehmer eines katholischen Gottesdienstes. Bis auf vier Entführte wurden alle gegen zum Teil hohe Lösegeldzahlungen wieder freigelassen.