Kolumbien Deutsche Geiseln frei
Bogota - Bundesaußenminister Joschka Fischer begrüßte die Freilassung der beiden Männer. "Das ist eine gute Nachricht in einer schwierigen Zeit", sagte Fischer nach Angaben der Außenamtssprecherin mit Bezug auf die vier in Afghanistan festgehaltenen deutschen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now. Linksgerichtete Guerilla-Einheiten hatten Ulrich Künzel und Reiner Bruchmann seit dem 18. Juli gefangen gehalten.
Nach Angeben des Auswärtigen Amtes in Berlin sind Künzel und Bruchmann wohlauf. Das Rote Kreuz teilte mit, die beiden Freigelassenen sollten in Cali, rund 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota, einem Vertreter der deutschen Botschaft übergeben werden.
Künzel ist Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Bruchmann ein Freund. Zusammen mit Künzels Bruder Thomas waren die beiden Männer vor zwölf Wochen in der Nähe der Stadt Silvia in ihrem Auto gestoppt und verschleppt worden. Zu der Entführung bekannten sich Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Thomas Künzel gelang Ende September die Flucht.
Bei einem Massaker rechter paramilitärischer Milizen kamen unterdessen mindestens 24 Menschen ums Leben. Sechs weitere Männer wurden am Donnerstag noch vermisst. Das Blutbad ereignete sich am Mittwoch im Dorf Buga, rund 260 Kilometer südwestlich von Bogota. "Sie zogen die Menschen aus zwei Bussen und aus ihren Häusern", berichtete der Bürgermeister des Dorfes. "Dann sonderten sie Frauen, Alte und Kinder ab und töteten die Männer." Das Massaker war das schlimmste in einer Reihe von Übergriffen rechter Paramilitärs, bei denen im Laufe der vergangenen Woche mindestens 45 Menschen ums Leben kamen.