Kolumbien: Kumpel sterben bei Explosion in Bergwerk - DER SPIEGEL
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Kolumbien Kumpel sterben bei Explosion in Bergwerk

Schweres Unglück in einer kolumbianischen Kohlemine: Bei einer Methangas-Explosion wurden viele Kumpel getötet, über die Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben. Die Mine wurde vorläufig geschlossen.
Bergmann vor der Unglücksmine: Explosion während des Schichtwechsels
Bergmann vor der Unglücksmine: Explosion während des Schichtwechsels

Bergmann vor der Unglücksmine: Explosion während des Schichtwechsels

Foto: GUILLERMO LEGARIA/ AFP
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Bogotá - Wie viele Bergleute ums Leben kamen, ist auch Stunden nach dem Unglück noch unklar: Die Explosion im Bergwerk "La Preciosa" im Norden Kolumbiens ereignete sich während des Schichtwechsels. Das staatliche kolumbianische Geologie- und Bergbauinstitut (Ingeominas) teilte in einer offiziellen Erklärung mit, nach "vorläufigen Untersuchungen" seien 20 Arbeiter ums Leben gekommen. Weitere sechs Kumpel seien bei dem Unglück nahe des Ortes Sardinata verletzt worden.

Behörden berichteten dagegen von elf Toten und zehn Verschütteten, deren Überlebenschancen als gering eingeschätzt wurden.

Rettungsteams und Einheiten des Militärs waren mit einem Hubschrauber vor Ort. Das Unglück wurde vermutlich durch eine Metangas-Explosion ausgelöst. Die Detonation ereignete sich am Mittwochmorgen um 6.50 Uhr (Ortszeit). Ein Zivilschutzmitarbeiter sagte dem Sender Radio Nacional de Colombia, dass vier Tote im Stollen gefunden worden seien. Ein Kumpel sei im Krankenhaus gestorben. Ob die anderen Leichname schon geborgen werden konnten, war zunächst unklar.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wurde bei seinem Frankreich-Aufenthalt über das Unglück informiert. Er stehe in ständigem Kontakt mit dem Bergbau- und Energieminister, um die notwendigen Maßnahmen abzustimmen, hieß es.

Bergbauminister Carlos Rodado ordnete die vorläufige Schließung der Unglücksmine an. Ermittlungen sollten feststellen, ob möglicherweise Sicherheitsauflagen verletzt worden seien. In der Mine "La Preciosa" kamen vor vier Jahren bei einem ähnlichen Unglück schon einmal 31 Bergarbeiter ums Leben. Die Mine liegt in der Provinz Norte de Santander nahe der venezolanischen Grenze und etwa 400 Kilometer nordöstlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.

Parallel zum Minenunglück in Sardinata wurde am Mittwoch der Tod zweier Bergleute in Zentralkolumbien gemeldet. Im Jahr 2010 kamen in dem südamerikanischen Land etwa hundert Arbeiter bei Minenunfällen ums Leben.

Das südamerikanische Land ist der fünftgrößte Kohleförderer der Welt nach Indonesien, Australien, Russland und Südafrika.

han/AFP/dpa