Kolumbien Rebellen dementieren Touristen-Entführung
Bogotá - Entsprechende Anschuldigungen der Behörden seien falsch, hieß es am Mittwoch auf der Internetseite der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (Farc). Solche Dementis gab es allerdings bereits bei früheren Entführungen. Wochen später hatte die Farc jeweils eingeräumt, dass die Vermissten sich doch in ihrer Gewalt befänden.
Kenner der Rebellen erklären dieses Verhalten mit dem mangelnden Informationsfluss innerhalb der Farc. Die größte Rebellengruppe des Landes besteht aus Dutzenden von Kampfgruppen, die zum Teil über längere Zeiträume weitgehend isoliert voneinander sind. Oft weiß die oberste Kommandoebene nicht, was die Gruppenführer vor Ort tun.
Trotz einer groß angelegten Suchaktion mit 2000 Polizisten und Soldaten gibt es weiter keine Spur von den bewaffneten Entführern und ihren Opfern. Zu der Gruppe gehören ein Deutscher, vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier. Die Urlauber waren am Freitag von Unbekannten in der Sierra Nevada de Santa Marta etwa 700 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogotá verschleppt worden. Indios hatten die Farc als Täter genannt. In der Region sind aber auch Einheiten des an Kuba orientierten "Nationalen Befreiungsheeres" (ELN) sowie der ultrarechten Paramilitärs aktiv.
Die Präsidenten Kolumbiens und Brasiliens, Alvaro Uribe und Luiz Inacio Lula da Silva, sprachen sich unterdessen bei einem Treffen im der kolumbianischen Stadt Cartagena dafür aus, es der Uno zu überlassen, ob sie eine Vermittlerrolle in dem seit bald 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt übernehmen wollten. Zuvor hatten die Uno mitgeteilt, bei der Vereinbarung geplanter Gespräche in Brasilien mit den Farc gebe es keine Fortschritte.