Kommunizierende Tasse - DER SPIEGEL
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ALLTAG Kommunizierende Tasse

Der Karlsruher Informatik-Professor Gerhard Krüger, 66, über Sinn und Zweck computerisierter Alltagsgeräte
• aus DER SPIEGEL 20/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Herr Krüger, Sie haben eine Tasse entwickelt, die automatisch die Kaffeemaschine einschaltet, wenn sie leerer wird. Wie funktioniert das?

Krüger: Wie eine Fernbedienung. Ein Drucksensor unter dem Tassenboden misst den Flüssigkeitsstand, ein kleiner Computer verwertet diese Daten und schickt den Befehl über einen Infrarotsender direkt zur Maschine. Beide Geräte sind ans Internet gekoppelt.

SPIEGEL: Die Tasse kommuniziert mit jedem ans Netz angeschlossenen Gerät?

Krüger: Mit beliebig vielen. Steht sie im Konferenzzimmer, stellt sie mein Telefon automatisch auf Rufumleitung und knipst das Türlicht »Besprechung« an. Sie weiß auch, wie lange eine Sitzung dauern wird, weil sie an meinen Terminkalender angeschlossen ist.

SPIEGEL: Klingt nach einer Daniel-Düsentrieb-Spielerei. Braucht man eine solche Tasse wirklich?

Krüger: Interessant sind automatisierte Geräte vor allem für Kranke oder Alte. Man könnte die Tasse so programmieren, dass sie Alarm schlägt, wenn 24 Stunden nicht aus ihr getrunken wird.

SPIEGEL: Wann werden derartige automatisierte Geräte zum Alltag gehören?

Krüger: Auf diesem Gebiet wird viel geforscht. Ein Kühlschrank zum Beispiel, der das Verfallsdatum von Milch erkennt, ist in den Vereinigten Staaten schon auf dem Markt. Wer in zehn Jahren dieses Interview liest, wird sich fragen: Worüber reden die eigentlich?

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