Kongo Biologiestudentin endgültig in Sicherheit
Leipzig - "Sie lebt und ist wohlauf", teilte das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig mit. Die 23-jährige Studentin war demnach bereits auf dem Rückweg ins Forschercamp, als sie etwa 20 Kilometer vor dem Ziel auf einen der Suchtrupps stieß. Carlitz gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte der Leiter der Rettungsaktion, Christophe Boesch. "Wir sind alle erleichtert und überglücklich."
Nach Angaben des Leipziger Instituts, in dem sich der Krisenstab befand, ist die 23-Jährige "ziemlich geschafft". Sie könne den restlichen Fußweg ins Camp aber aus eigenen Kräften noch im Laufe des Tages bewältigen. Von dort aus soll sie dann die Heimreise nach Deutschland antreten.
Die Familie der Biologiestudentin in Sachsen wurde bereits informiert. Der Vater der jungen Frau, Martin Carlitz, sagte, er sei unglaublich glücklich und bewegt. Zugleich bat er die Medien um Zurückhaltung bei der Berichterstattung.
Die Studentin war am 22. Mai vom Camp aus mit einem Wissenschaftler in den Regenwald aufgebrochen, um Zwergschimpansen zu beobachten. Entgegen den Anweisungen trennten sich die beiden Forscher. Die Frau machte sich allein auf den Weg ins Camp, kam dort aber nicht an. Am Wochenende hatten Uno-Soldaten den Funkspruch eines Missionars aufgefangen. Demnach war eine weiße Frau 100 Kilometer entfernt vom Forschercamp in einem Dorf aufgetaucht.
Von dort aus hatte sie in Begleitung von Einheimischen zu Fuß den Rückweg angetreten. Suchtrupps liefen ihr entgegen. Bereits am Montag hatte unter anderem das Auswärtige Amt unter Berufung auf die Uno-Mission im Kongo berichtet, die Vermisste sei wieder aufgetaucht. Eine letzte Bestätigung fehlte aber zunächst.
An der Suche nach der Studentin waren rund ein Dutzend Wissenschaftler des Institutes gemeinsam mit bis zu 50 Einheimischen beteiligt. Die gesamte Mannschaft sei dabei bis an die Grenzen ihrer physischen Belastbarkeit gegangen, hieß es. Zur Unterstützung wurde auch ein Hundesuchtrupp der Johanniter-Auslandshilfe eingesetzt. Die Suche gestaltete sich äußerst schwierig, weil das Max-Planck-Forschercamp an der Grenze zum Salonga Nationalpark von dichtem Regenwald umgeben ist.
Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, sprach von einer professionellen Koordination einer schwierigen Rettungsaktion. Die Suchmannschaften hatten den Regenwald Tag für Tag vom frühen Morgen bis nach Sonnenuntergang in einem Umkreis von mehr als 50 Kilometern durchkämmt. In dem Gebiet gibt es keine Straßen. Die Kommunikation bei der Suchaktion lief über Funkgeräte und Satellitentelefone.
han/AP