Konkurs "15 Uhr Aktuell" schon Geschichte?
Berlin - Das Konzept der Zeitung, die nachmittags in einer Gesamtauflage von über 250.000 Exemplaren in Berlin, Hamburg und München kostenlos verteilt wurde, habe sich bewährt, sagte Verleger Robert Sidor. Er gab der HypoVereinsbank, die als Anteilseigner nicht mehr mitgezogen habe, die Schuld an den Finanzierungsschwierigkeiten. Die Gewinnschwelle sei in etwa fünf Monaten zu erreichen gewesen. Von der Insolvenz seien 46 Angestellte im Verlag und 200 Mitarbeiter bei Subunternehmen für die Verteilung betroffen.
Nach den Worten Sidors wäre der norwegische Medienkonzern Schibsted, der das Gratisblatt "20 Minuten Köln" herausgibt, zur Beteiligung an einer Übergangsfinanzierung bereit gewesen. Voraussetzung sei gewesen, dass die HypoVereinsbank-Tochter HVBG mitmache. Diese habe aber abgelehnt. Der Vorstandschef der deutschen Schibsted-Tochter, Folker Flasse, bestritt dies ebenso wie die HypoVereinsbank.
Ein Sprecher der HypoVereinsbank in München sagte, man habe nie eine Zusage für mehr Geld gegeben. "Das Fass war leer."