Kosmischer Reichtum: Russe wollte Meteoriten verkaufen - DER SPIEGEL
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Kosmischer Reichtum Russe wollte Meteoriten verkaufen

Der Plan war skurril, aber durchführbar: Um sein mageres Budget aufzubessern, hat ein Moskauer aus dem Planetarium einen Meteoriten gestohlen und ihn zum Verkauf angeboten. Doch bevor er den 40 Kilogramm schweren Brocken loswerden konnte, schlugen die russischen Ermittler zu.
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Moskau - Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde aus den ehemals volkseigenen Betrieben vieles entwendet, was besser unter staatlicher Obhut geblieben wäre. Während die einen radioaktive Metalle, Museumsschätze, Laser oder ganze Panzer auf den freien Markt werfen, kaprizierte sich ein 32-jähriger Arbeitsloser aus dem Gebiet Tula auf ein ganz spezielles Segment: Er nutzte das Renovierungschaos im Planetarium der russischen Hauptstadt und entwendete einen Meteoriten, von dessen Verkauf er sich geradezu himmlische Gewinne erhoffte. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, verlangte der Händler auf dem Schwarzmarkt umgerechnet 41.000 Euro für seine ungewöhnliche Diebesbeute - einen Preis, der unter Sammlern als durchaus realistisch gilt.

Allein, der Geschäftssinn scheiterte an den wachsamen Augen des Gesetzes: Gestern Abend sei es der Polizei gelungen, den Mann festzunehmen, als er versuchte, seine kostbare Ware auf der Kaschirskij Chaussee im Süden Moskaus zu verkaufen, berichtet Interfax. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, sei gegen den Mann Anklage wegen Diebstahls eines besonders wertvollen Gegenstandes erhoben worden. Bei dem Diebesgut handele es sich "um ein Exponat von hohem kulturellem und wissenschaftlichem Wert".

Wie alle anderen Planeten und Monde des Sonnensystems wurde auch die Erde in der Vergangenheit wiederholt von größeren Meteoriten getroffen, die dann entweder Krater hinterließen oder größere Landstriche vernichteten. So soll ein Meteorit vor 65 Millionen Jahren dafür gesorgt haben, dass Dinosaurier und viele andere Lebewesen und Pflanzen ausstarben. 1908 vernichtete der Niedergang eines riesigen Meteoriten im sibirischen Tunguska ganze Landstriche. Die Bodenerschütterungen und Luftdruckwellen waren selbst in Mitteleuropa noch spürbar.