Krach bei den Windsors Prinz Philip und das graue Eichhörnchen
London - Philip und Charles stehen sich in der neu entbrannten Diskussion um genetisch veränderte Nahrungsmittel als gewichtige Kontrahenten gegenüber. Prinzessin Anne scheint sich auf die Seite des Vaters zu schlagen, während die Mutter, Königin Elizabeth II., wie üblich bei internen Streitereien zunächst einmal weise schweigt.
Der als Befürworter einer "sanften", ökologischen Landwirtschaft bekannte Thronerbe Charles hatte kürzlich in einer Rede mehr Respekt und Verantwortungsbewusstsein für die natürlichen Ressourcen als wertvollstes Erbe der Menschheit verlangt. Am Montag sah sein militärisch gedrillter Vater, Prinz Philip, Gelegenheit, einmal kräftig auf den Tisch zu hauen und es damit den Biotechnologie-Gegnern zu zeigen:
"Was die Leute vergessen, ist, dass die Einführung exotischer Tierarten, wie zum Beispiel des grauen Eichhörnchens, in unserem Land schon weit mehr Schaden angerichtet hat oder anrichten wird, als irgend so ein genetisch verändertes Stückchen Kartoffel", wetterte Prinz Philip nach Angaben von Teilnehmern während eines Empfanges auf Schloss Windsor. Schon immer, nämlich seitdem die Menschen überhaupt Landwirtschaft betrieben, hätten sie dabei auch am jeweiligen Erbgut gefummelt, und das Gerede der Gentechnik-Kritiker von heute vom "Frankenstein- Futter" sei deshalb ganz unangebracht.