Kreuzfahrtschiff auf Rhein leckgeschlagen - DER SPIEGEL
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Baden-Württemberg Passagierschiff auf Rhein leckgeschlagen

Das Schiff schaffte es gerade noch in den Karlsruher Hafen: Auf dem Rhein ist ein Kreuzfahrtschiff mit rund 160 Menschen an Bord leckgeschlagen. Die Polizei ermittelt gegen den 78 Jahre alten Lotsen.
Leckgeschlagenes Passagierschiff im Karlsruher Rheinhafen: Passagier blieben unverletzt
Leckgeschlagenes Passagierschiff im Karlsruher Rheinhafen: Passagier blieben unverletzt

Leckgeschlagenes Passagierschiff im Karlsruher Rheinhafen: Passagier blieben unverletzt

Foto: Uli Deck/ dpa
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Elchesheim-Illingen - Ein Kreuzfahrtschiff mit fast 160 Menschen an Bord ist auf dem Rhein auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Wie die Wasserschutzpolizei in Karlsruhe mitteilte, hatte das Schiff am frühen Morgen mehrere Buhnen bei Elchesheim-Illingen in Baden-Württemberg gestreift, mit denen der Wasserstrom reguliert wird.

Das Wasser in dem havarierten Schiff stand nach Polizeiangaben "bis zum unteren Fensterrand etwa 1,50 bis 1,70 Meter hoch". Eigene Pumpen beförderten das eindringende Wasser über Bord. So schaffte es das Schiff noch selbstständig in den sechs Kilometer entfernten Karlsruher Hafen, wo es gegen 5 Uhr morgens festmachte.

Dort entdeckten Taucher drei Lecks in einer Größe von bis zu 15 Zentimetern Durchmesser und einen Haarriss auf einer Seite des Schiffes. Ihnen gelang es, Stahlplatten anzuschweißen und die Lecks zu schließen. Das Schiff kann voraussichtlich dennoch nicht mehr aus eigener Kraft weiterfahren, da bei dem Zusammenstoß auch die Antriebsschrauben beschädigt wurden, teilte die Polizei mit.

115 Passagiere und 43 Besatzungsmitglieder wurden im Hafen auf das Fahrgastschiff MS Karlsruhe gebracht. Verletzt wurde niemand. Zwei Menschen mussten jedoch wegen Kreislaufbeschwerden ins Krankenhaus gebracht werden. Es habe keine Panik an Bord gegeben, sagte der Prokurist des Veranstalters 1AVista Reisen, Ben Uijthof. Ursprünglich war das Schiff auf dem Weg von Basel nach Köln.

Die meisten Fahrgäste wurden nach dem Unfall mit Bussen nach Köln gefahren. Der Schaden an dem Schiff wird auf eine halbe Million Euro geschätzt. Ein Fahrfehler war laut Polizei Ursache für den Unfall. Die Fahrrinne sei an der Unglücksstelle 90 Meter breit, das Schiff sei dort definitiv zu weit nach rechts geraten. "Wir wissen noch nicht, wie es dazu kommen konnte - zumal auch ein Lotse an Bord war", sagte hingegen Uijthof. Es habe einen kräftigen Ruck gegeben, als das Schiff leckschlug. Gegen den 78-jährigen Lotsen werde wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt, so die Polizei.

Im Laufe des Tages ereignete sich nicht weit entfernt, auf Höhe des Rheinstrandbades Karlsruhe, ein zweiter Schiffsunfall. Dort kollidierten ein Gütermotorschiff und ein Tankmotorschiff, wie die Polizei mitteilte. Die Ursache ist noch unklar. Beide Schiffe wurden auf der Backbordseite beschädigt, Wasser drang nicht ein, verletzt wurde niemand. Den Schaden schätzte die Polizei auf 100.000 Euro.

hut/wit/dpa

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